Presseberichte

Rhein-Lahn-Zeitung, 07.10.2016

Ein Teamplayer mit offenen Ohren

Bildung Martin Ufer ist feierlich als Schulleiter am Leifheit-Campus eingeführt worden – Lob von Kollegium und Elternschaft

Von unserem Redakteur Carlo Rosenkranz

Nassau. Martin Ufer ist feierlich in sein neues Amt als Schulleiter des Nassauer Leifheit-Campus eingeführt worden. Der Theologe war Anfang September an das Gymnasium in privater Trägerschaft gekommen. Nun stellte er sich rund 100 geladenen Gästen vor, unter denen sich neben dem Kollegium Vertreter der Elternschaft, Landes- und Kommunalpolitiker sowie Repräsentanten anderer Schulen der Region befanden. Auch der Raiffeisen-Campus in Dernbach, mit dem eine Kooperationsvereinbarung besteht, entsandte Vertreter.

Als Mann, der „ganz hervorragend zu unserem Konzept passt“, beschrieb Genossenschaftsvorstand Dr. Thomas Klimaschka den neuen Schulleiter. „Er möchte mit Führungskraft und Einfühlungsvermögen Grundwerte und Bildung vermitteln sowie zur Selbstständigkeit führen.“ Unter Verwendung eines Zitats von Antoine de Saint-Exupéry sagte Klimaschka: „Martin Ufer will vor allem eines: Mensch sein, denn das bedeutet verantwortlich sein.“

Dass der Pfarrer und ehemalige Dekan in seinen gerade einmal viereinhalb Wochen am Leifheit-Campus bereits gut in die neue Aufgabe gefunden hat, bescheinigte Vorstand Margarethe Deinet. „Eltern, Lehrkräfte und die Lernerinnen und Lerner fühlen sich an- und ernst genommen“, sagte sie. Désirée Heeb beschrieb Martin Ufer als Teamplayer, der eine offene Tür und offene Ohren für andere habe. Seine „nicht leichte, aber unglaublich spannende Aufgabe“ sei es, auszuarbeiten, wie sich die Schule weiterentwickeln solle. „Wir werden Sie dabei nach Kräften unterstützen“, sagte die Leiterin der Orientierungsstufe im Namen des Kollegiums.

„Er will vor allem eines: Mensch sein, denn das bedeutet verantwortlich sein.“
[Dr. Thomas Klimaschka über Martin Ufer]

Bürgermeister Udo Rau fand es richtig, einen Kirchenmann zum Schulleiter zu machen. Dessen Aufgaben seien denen eines Theologen sehr ähnlich. Beiden seien Seelen anvertraut, beide seien Mutmacher und Vorbilder, und sie sollten anderen die Richtung vorgeben. Herzenswärme und eine gute Kommunikation sind Rau zufolge Bestandteile einer guten Schule. Beides vereine Martin Ufer in seiner Person. Auch Samuel Haag, Schulelternsprecher am Leifheit-Campus, zeigte sich erfreut, dass der Träger bei der Auswahl des Schulleiters und der Lehrkräfte „nicht nur auf die fachlichen Qualifikationen“ geachtet habe. Er sagte eine enge und konstruktive Zusammenarbeit mit der Schulleitung und dem Träger zu. „Unser Ziel soll es sein, dass wir als Eltern nicht nur darauf achten, wie unser eigenes Kind das Klassenziel erreicht, sondern wie wir auch andere in demselben Bestreben unterstützen können“, so Haag. Vom Kooperationspartner Raiffeisen-Campus überbrachte der Stellvertretende Schulleiter Markus Wagner Grüße. Die Kreisbeigeordnete Gisela Bertram sagte in Anknüpfung an Klimaschkas Worte: „Empathie ist ein Anspruch an alle Lehrkräfte.“ Diese müssten sich heutzutage die Anerkennung der Kinder in jeder Stunde erarbeiten, auf das Umfeld reagieren und zugehen. „Das ist harte Arbeit, aber eine sehr erfüllende Aufgabe“, so die pensionierte Schulleiterin.

Martin Ufer selbst bezeichnete es als „positive Herausforderung und ein Privileg, dass ich diese innovative Schule mitgestalten darf“. Er las eine Strophe aus dem Erntedanklied „Wir pflügen und wir streuen“ von Matthias Claudius und verglich die Aussagen mit der Arbeit in der Schule. Lehrer und Schulleiter müssten vertrauen, dass harte Arbeit gelinge. Wollen und Planen allein seien aber keine Garantie für den Erfolg. „Es braucht viele Faktoren zum Gelingen, auch die Hilfe von oben“, sagte Ufer. Außerdem müsse auch eine Schule mit der Zeit gehen. Wenn man so arbeite, wie es früher üblich war, könne man heute keine reiche Ernte mehr erwarten. Die musikalische Umrahmung der Feierstunde war durch Petra Wiegand, die ein Trompetensolo anstimmte, sowie durch die Sängerin Sarah Pfaff und den Gitarristen Marius Kaffine geprägt.

Einführung von Schulleiter Martin Ufer
Sie freuen sich über den neuen Schulleiter Martin Ufer (2. von links), der seit September die Geschicke des Leifheit-Campus, dem privaten Gymnasium in Nassau, führt (von links): Genossenschaftsvorstand Dr. Thomas Klimaschka, Wolf Meyer, Vorsitzender des Aufsichtsrats, Bürgermeister Udo Rau und Vorstand Margarethe Deinet. Foto: Carlo Rosenkranz

Rhein-Lahn-Zeitung, 01.09.2016

Leifheit-Campus: Der Einzugsbereich wächst

Bildung Mit 43 neuen Schülern geht das private Gymnasium ins zweite Jahr

Von unserem Redakteur Carlo Rosenkranz

Nassau. Der Leifheit-Campus hat sich ein Jahr nach der Eröffnung im Angebot der weiterführenden Schulen der Region behauptet. Das Gymnasium in privater Trägerschaft besuchen im neuen Schuljahr 43 Kinder der Jahrgangsstufe fünf. Damit ist der neue Jahrgang stärker als der vorherige. „Wir hatten knapp 70 Bewerbungen. Das ist ein tolles Resultat, mit dem wir sehr zufrieden sind“, sagt Dr. Thomas Klimaschka, Vorstand der Genossenschaft, die träger des Leifheit-Campus ist.

Eine Klasengröße von „um die 20 Kinder“ hält Klimaschka für ideal. „Ich denke, dass viele Eltern sich heute eine individuellere Bildung für ihren Nachwuchs wünschen“, sagt er. Als private Ganztagsschule, die in acht Jahren zum Abitur führen wolle, verstehe sich der Leifheit-Campus als Ergänzung zum bestehenden Schulangebot. „Das Goethe-Gymnasium in Bad Ems ist ein sehr gutes G9-Gymnasium. Ich bin da immer sehr gern hingegangen“, sagt der Allgemeinmediziner über seine eigene Schulzeit.

Das Einzugsgebiet des Privatgymnasiums hat sich gegenüber dem ersten Jahrgang erweitert. Der Schwerpunkt liegt naturgemäß in Nassau, aber: „Erneut ist das Blaue Ländchen stark vertreten“, sagt Klimaschka. Selbst aus Bogel und Holzhausen kommen Schüler. Weil die Schulbusanbindung aus der Nastätter Region in Richtung Nassau zum Teil lückenhaft ist, hat eine Initiative der Elternschaft einen Kleinbus mit acht Sitzplätzen zur Verfügung gestellt, der das vom Leifheit-Campus betriebene bestehende Fahrangebot ergänzt. Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember werden die öffentlichen direkten Busverbindungen von Nastätten an die Lahn deutlich besser, erwartet Klimaschka. Im neuen Jahrgang der Klassenstufe fünf hat sich das Einzugsgebiet des Leifheit-Campus auch entlang der Lahn deutlich vergrößert. In Bad Ems, Nievern und sogar in Lahnstein sind einige Schüler zu Hause. Auch aus den Westerwaldorten Welschneudorf und Oberelbert kommen Kinder nach Nassau.

Mit der nun auf mehr als das Doppelte angewachsenen Schülerzahl ergibt sich im Schulzentrum Nassau, das sich noch im Eigentum des Rhein-Lahn-Kreises befindet, auch die Notwendigkeit von weiteren Sanierungs- und Baumaßnahmen. So wurden zwei weitere Klassenräume von Grund auf neu gestaltet und ausgestattet. Die Sozialräume für die Lehrkräfte wurden saniert, außerdem wurde eine behindertengerechte Toilette eingerichtet. Somit ist der Campus bereit für die Aufnahme von Kindern mit körperlichen Beeinträchtigungen. Auch die Gäste der Stiftung Scheuern, mit der man eine Zusammenarbeit pflegt, finden nun adäquate Bedingungen vor. Damit ist nun ein Gebäudetrakt vollständig vom Leifheit-Campus belegt. Neu ist außerdem ein Aufzug, der das Obergeschoss barrierefrei erschließt. Um dort später zu unterrichten, muss laut Klimaschka eine Feuertreppe als zweiter Fluchtweg angebaut werden. „Das planen wir in den kommenden sechs Monaten“, sagt der Genossenschaftsvorstand.

Die Aufnahmefeier für die neuen Lerner, wie die Schüler am Leifheit-Campus genannt werden, zeigte auch auf, dass die derzeitige Aula den Anforderungen der von Jahr zu Jahr hinzukommenden Jahrgänge nicht mehr lange gewachsen ist. Die 160 gestellten Stühle füllten den Raum gut, reichten aber für die Gäste nicht ganz aus. Der derzeit auch für das Mittagessen genutzte Raum werde später nicht mehr genügend Platz bieten. Dann solle ein geplanter Mensa-Anbau fertig sein. Im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Neubau einer Kindertagesstätte auf einem Nachbargrundstück soll eine für Kita und Campus gemeinsam nutzbare Küche entstehen, an die sich der künftige große Speisesaal angliedert.

Auch personell hat sich zu Schuljahrsbeginn etwas getan. Das Kollegium ist auf zwölf Lehrkräfte angewachsen, dazu kommen zwei FSJ’ler. Schulleiter Martin Ufer, der heute seinen ersten offiziellen Arbeitstag am privaten Gymnasium hat, begrüßte am Dienstag die neuen Kinder mit ihren Eltern, Großeltern und Geschwistern. Er sprach von „ganz tollen Lernbedingungen“ an seinem neuen Wirkungsort und einer „Schule auf dem Stand der Möglichkeiten“. Für die beiden sechsten Klassen wird nun als zweite Fremdsprache Spanisch unterrichtet. Dafür ist die neue Lehrerin Diana Klein zuständig, die auch Sprachkurse für interessierte Eltern anbieten wird.

Für manches Aha-Erlebnis unter den Erwachsenen sorgte ein kleines Experiment, das Sport- und Englischlehrer Pascal Gras mit den Eltern durchführte. Dabei machte er anschaulich, wie der Leifheit-Campus die Kinder mit spielerischen Mitteln unterstützen will, damit es ihnen leichter fällt, sich zu konzentrieren und den Lernstoff zu bewältigen. Unter dem Stichwort „Life Kinetik“ will man mit täglich zehn Minuten Bewegungs- und Koordinationsübungen „zeitnahe und langfristige Effekte“ erzielen.

Förderverein vor Gründung

Laut Schulelternsprecher Samuel Haag gibt es in der Elternschaft den Wunsch, in absehbarer Zeit einen Förderverein für den Leifheit-Campus zu gründen. Durch diesen soll es den Eltern möglich werden, „einen gebündelten Beitrag zur Entwicklung der Schule zu leisten“. Mitwirkende für die Vorstandsarbeit seien willkommen. crz

Einschulung 2016
Der Leifheit-Campus geht ins zweite Jahr. Mit 43 „Neuen“ hat sich die Zahl der Kinder am Privatgymnasium nun mehr als verdoppelt. Foto: Rosenkranz

Rhein-Lahn-Zeitung, 30.07.2016

Von der Kanzel ins Büro des Schulleiters

Amtswechsel Der ehemalige Dekan Martin Ufer steht ab September an der Spitze des privaten Gymnasiums Leifheit-Campus in Nassau.

Von unserem Redakteur Carlo Rosenkranz

Nassau. Gerade 45 Jahre alt geworden, schlägt Martin Ufer beruflich eine neue Richtung ein. Der Pfarrer und ehemalige kommissarische Dekan des evangelischen Dekanats Nassau wird Schulleiter des Nassauer Leifheit-Campus. Offiziell tritt er seine Stelle im September an. Doch schon jetzt ist er im Rahmen seiner zeitlichen Möglichkeiten am erst 2015 gegründeten Gymnasium in privater Trägerschaft präsent, wo zurzeit die zweite Umbauphase durchgeführt wird.

Als junger Erwachsener hatte der nahe Darmstadt aufgewachsene Ufer dem möglichen Lehrerberuf eigentlich den Rücken gekehrt. Schon nach dem ersten Semester gab er dem Pfarramt den Vorzug vor dem Lehramt. Schon sein Vater war Pfarrer, doch hinter dem Entschluss steckte mehr, als nur der Wille, die Familientradition fortzuführen. „Für den Beruf des Pfarrers braucht man eine eigene, ganz persönliche Berufung“, sagt er. „Mir war und ist es wichtig, die Menschen mit den biblischen Geschichten und Gott in Kontakt zu bringen.“ Dass der Leifheit-Campus sich ausdrücklich am christlichen Wertesystem orientiert, hat für den Vater zweier Kinder große Bedeutung. Es sei sehr wichtig, jungen Menschen zu vermitteln, dass der Glaube ein Halt im Leben sein kann. „Gerade in der heutigen vielfach von Orientierungslosigkeit geprägten Zeit kommen die inneren Bedürfnisse oft zu kurz“, sagt er. Hier wolle der Leifheit-Campus ansetzen. Er vermittele den Lernern, wie dort die Schüler genannt werden, ein weltoffenes und tolerantes Wertesystem und helfe jungen Menschen, unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit, sich zu frei denkenden, verantwortungsbewussten Persönlichkeiten zu entfalten.

Seitdem Ufer 2004 mit damals 32 Jahren seine erste Pfarrstelle in Dornholzhausen antrat, hat er die Menschen und die Region lieben gelernt. Viele Familien begleitete er generationsübergreifend, beispielsweise bei Taufen, Trauungen oder Beerdigungen. „Mit der Zeit entsteht ein Vertrauensverhältnis“, sagt der Pfarrer, der seinen Beruf, von dem er ab September für vorerst sechs Jahre beurlaubt ist, noch immer gern macht. „Ich freue mich auf meine neue Aufgabe, aber sie ist auch mit dem Abschied von etwas verbunden, das mir sehr ans Herz gewachsen ist.“

Die Arbeit in einer Schule und konkret im Nassauer Schulzentrum ist Martin Ufer vertraut. Etwa neuneinhalb Jahre lang unterrichtete er an der damaligen Real- und der Hauptschule evangelische Religion. „Der Niedergang der beiden Schulen hat mich sehr traurig gemacht“, sagt er im Rückblick. Umso wichtiger sei es, dass nun am Standort Nassau und in dem Gebäude mit dem Leifheit-Campus etwas Neues entstehe. Durch seine Jahre als Pfarrer in Dörfern wie Dornholzhausen, Geisig, Schweighausen, Oberwies, Dessighofen und Becheln hat Ufer gelernt, welchen Herausforderungen sich die ländliche Region gegenübersieht. „Sehr oft fehlen in den Dörfern die jungen Familien“, sagt er. Das sei einerseits schwierig für die Schulen, die auf genügend Kinder angewiesen sind. Zugleich sei es wiederum ein wichtiger Standortfaktor, ein breites Bildungsangebot in der Region vorzuhalten.

Trotz weiter zurückgehender Geburten ist der designierte Schulleiter sicher, dass sich der Leifheit-Campus behauptet. „Wir werden durch eine entsprechend hohe Schulqualität weiter wachsen“, sagt er. „Ich habe klare Vorstellungen und Ideen, das Schulprofil in Zusammenarbeit mit dem Kollegium zu prägen“, sagt er. Darüber hinaus seien im Konzept des Leifheit-Campus viele Dinge angelegt, die für Eltern und Kinder attraktiv sind: Kleine Klassen machen eine individuelle Förderung möglich, die Ganztagsschule ermögliche einen sinnvollen Rhythmus von Lern- und Ruhephasen. Der erweiterte Zeitrahmen biete auch Möglichkeiten, „rauszugehen und die Lebenswirklichkeit zu erfassen“, wie es der Campus beispielsweise beim Sozialtag mit der Stiftung Scheuern praktiziere. Gerade in der heutigen Zeit seien zudem verlässliche Unterrichtszeiten ohne Stundenausfall und die Vermittlung von traditionellen Werten wichtige Faktoren bei der Schulwahl.

Durch das jährliche Wachsen des noch jungen Leifheit-Campus bieten sich Chancen und Möglichkeiten, so Ufer. Gemeinsam mit dem jungen und engagierten Kollegium will er daran arbeiten, „eine Schule für Nassau und die Region zu formen, die hohe pädagogische Standards setzt“. Dass sich der Pfarrer dieser Herausforderung an einer Privatschule stellt, hat einen Grund: „Mir gefällt, dass hier die finanziellen Verhältnisse der Eltern keine Rolle spielen“, sagt er. Allein die Frage, ob ein Kind für das Gymnasium als Schulform geeignet ist, stehe im Mittelpunkt.

Die letzten Wochen vor Antritt seiner neuen Stelle als Schulleiter sind für Martin Ufer eine anstrengende Zeit. „Ich möchte die Dinge im Pfarramt gut zu Ende führen, damit ich meinem Nachfolger keine Bürde auflaste“, sagt er. „Ich will mit gutem Gewissen gehen können.“ Zugleich sehe er bei seinen Besuchen und Gesprächen am Leifheit-Campus, der von Handwerkern für den erweiterten Platzbedarf nach den Sommerferien vorbereitet wird, die vielfältigen Aufgaben. „Es gäbe für mich genug zu tun, um ab sofort eine Vollzeitstelle damit auszufüllen“, sagt er. Vor Dienstantritt sollen im August aber auch noch ein paar Urlaubstage mit der Familie möglich sein, um neue Kräfte zu sammeln.

Trotz des neuen Jobs müssen die rund 1100 evangelischen Christen in Becheln und den Südwestgemeinden der VG Nassau nicht Knall auf Fall auf ihren Pfarrer verzichten. Die evangelische Kirche hat ihm die Ordinariatsrechte belassen. Er darf also weiterhin Gottesdienste leiten und predigen. „Das werde ich sicher das eine oder andere Mal ehrenamtlich machen, bis ein Nachfolger gefunden ist.“

Lebensstationen: Hessen, Brasilien und das Nassauer Land

Martin Ufer wurde 1971 in Ingelheim geboren und wuchs in Goddelau bei Darmstadt auf. Sein Abitur legte er im nahe gelegenen Gernsheim ab und studierte in Frankfurt und Heidelberg evangelische Theologie. In dieser Zeit verbrachte er ein Auslandsjahr in Brasilien, wo er seine spätere Ehefrau kennenlernte. Nach dem Vikariat in Frankfurt und Lorsch übernahm er 2004 im Alter von 32 Jahren die Pfarrstelle in Dornholzhausen. Im Jahr 2012 wurde er stellvertretender Dekan des damaligen Dekans Friedrich Kappesser. 2014 wurde Ufer von der Kirchenleitung als kommissarischer Dekan für die Übergangszeit bis zur Vereinigung der drei Rhein-Lahn-Dekanate beauftragt, die in diesem Jahr erfolgte. „In der Geschäftsführung des Dekanamtes habe ich Leitungserfahrung gesammelt, die ich gern in meine Arbeit am Leifheit-Campus einbringen möchte“, sagt der 45-jährige. Martin Ufer ist verheiratet und hat zwei Kinder im Alter von 13 und 17 Jahren. Wenn es Zeit und Budget hergeben, besucht die Familie Brasilien, das Heimatland von Ufers Frau. Martin Ufer spielt Trompete im Evangelischen Posaunenchor Schweighausen.

Martin Ufer
Martin Ufer im Flur des Leifheit-Campus in Nassau. Von September an wird der Pfarrer und ehemalige kommissarische Dekan des evangelischen Dekanats Nassau Schulleiter des Gymnasiums in privater Trägerschaft sein. Foto: Carlo Rosenkranz

Rhein-Lahn-Zeitung, 15.07.2016

Profisänger begeistern Hunderte

Musik Voces8 singt mit Schülern und Erwachsenen in Nassau – Nachwuchs soll gefördert werden

Von unserem Redakteur Carlo Rosenkranz

Nassau. Acht Briten haben am Donnerstag für viel Wirbel in Nassau gesorgt. Und das sollten sie auch. Die beiden Workshops der sechs Sänger und zwei Sängerinnen der A-cappella-Gruppe Voces8 könnten eine Art Initialzündung für den Gesangsnachwuchs in der Region sein. Das zumindest hoffen das heimische Ensemble TonArt und verbündete Akteure.

„Wir haben die Idee, etwas über Jahre zu entwickeln, das von den Kindern bis zu den Erwachsenen reicht“, sagt Willi Becker, der beim Kultursommer Rheinland-Pfalz den Bereich Musik verantwortet.

Ob in der proppenvollen Stadthalle am Vormittag oder später beim offenen Singen im Amphitheater auf dem Hof des Leifheit-Campus: Die Weltklassesänger zeigen mehreren Hundert Schülern aus der Region, dass nicht allein im schillernden Popbusiness oder in traditionsschweren Vereinen gesungen wird. Klassische Stücke und aktuelle Hits – beides lässt sich mittels Stimme mit viel Freude von jedermann interpretieren.

Trotz cooler Typen wie Tenor Oliver Vincent und Bariton Rob Clark, die zur Begeisterung vieler Jugendlicher auch das Beatboxing beherrschen, war es für Voces8 kein Selbstläufer, das zwischen sieben und 15 Jahre alte Publikum je eine Stunde lang bei der Stange zu halten. Schon beim Aufwärmen in der Stadthalle zeigte sich, dass die Jüngeren unbefangener die albern-spaßigen Bewegungen und Geräusche imitierten, die die Vokalprofis auf der Bühne vormachten, als die Teenager. „Auch die waren begeistert, obwohl sie es nicht so offen gezeigt haben“, ist Inge Kloos, die bei TonArt Alt singt, überzeugt.

Für Paul Smith, der für Voces8 ein Konzept erstellt hat, wie die Lernfähigkeit von Schülern mithilfe musikalischer Aufwärmübungen verbessert werden kann, spielt es keine Rolle, wenn nicht alle gleichermaßen mitmachen. „Wir zwingen niemanden, sondern ermutigen. Wir schaffen einem geschützten Rahmen und geben Anreize. Und wir haben Spaß miteinander“, sagt der Mitbegründer des britischen Ensembles. „Wenn jemand da sitzt und einfach nur genießt, gute Musik zu hören, ist es auch in Ordnung.“

Der Beweis, dass die Acht und gute Musik junge Leute ansprechen, zeigt der Nachmittag. Nur für die rund 35 Kinder des Leifheit-Campus ist noch Schulzeit. Die vielen, vielen anderen sind freiwillig zum offenen Singen am Schulzentrum gekommen. Hier wie zuvor in der Stadthalle bietet Voces8 eine Mischung aus Stücken, die sie dem Publikum vorsingen und Liedern, die mit den Umstehenden einstudiert werden. Während die Profis auch schwerere Kost zum Besten geben, haben die gemeinsam einstudierten Mitsingstücke Ohrwurmqualität und sind auch den Jüngeren bekannt: Bei „Price Tag“ von Jessie J in der Stadthalle sowie Adels Bond-Hit „Skyfall“ und „Happy“ von Pharrell Williams am Nachmittag singen einige bereits ohne ausdrückliche Aufforderung spontan mit.

Das Organisationsteam von TonArt ist zufrieden mit dem Erreichten. „Mehr kann man nicht erwarten“, sagt Chorsprecher Michael Diel. Für Monika Bär und Kristina Haxel, die beide beruflich mit Kindern zu tun haben, kommt Voces8 eine Vorbildwirkung zu. „Auch coole Jungs singen, und zwar Klassik und Pop“, sagt Haxel. Willi Becker bezeichnet die Initiative von TonArt als hervorragend. „Wir haben die Verantwortung und Chance, die Kinder wieder das Singen zu lehren.“ Wichtige Verbündete seien neben TonArt der Leifheit-Campus und Stadtbürgermeister Armin Wenzel. Was jetzt in Nassau begonnen werde, solle ein Impuls sein, der sich in die Region fortpflanze. „Wir denken für das ganze Lahntal“, sagt Becker.

Singen und Gesten gehen bei Voces8 Hand in Hand: Die britischen Sänger studieren beim offenen Singen am Leifheit-Campus mit Kindern und Erwachsenen eine coole Pose für das „Come on“ am Schluss des Lieds Happy von Pharrell Williams. Foto: Carlo Rosenkranz
Tenor Oli Vincent signiert die Unterarme der Schülerinnen. Foto: Carlo Rosenkranz

Rhein-Lahn-Zeitung, 01.07.2016

Sozialtag legt eine gelungene Premiere hin

Inklusion Schüler des Leifheit-Campus und Bewohner der Stiftung Scheuern besuchen sich gegenseitig – Einstieg in weitere Zusammenarbeit

Nassau. „Marion, die Ingrid behalten wir!“ Keine Frage: Die Beschäftigten der Kreativwerkstatt sind sehr einverstanden mit ihrer jungen Besucherin, schließlich unterstützt die Fünftklässlerin sie heute tatkräftig bei der Arbeit. „Was ist das, was Sie da machen?“ „Eine Filztasche. Und du, was treibst du so in deiner Freizeit?“ „Zum Sport gehen zum Beispiel.“ Neugierig beschnuppert man sich, spontan entwickelt sich das eine oder andere Gespräch, während in Gemeinschaftsarbeit Armbänder, Ketten und andere schöne Dinge entstehen. Die Beschäftigten freuen sich sichtlich über die Abwechslung – und Ingrid lernt bei der Schmuckherstellung quasi „nebenbei“, dass man auch von Menschen mit Behinderung sehr viel lernen kann.

Lernort soll Horizont erweitern

Sozialtag des Leifheit-Campus in der Stiftung Scheuern. Die Idee hinter dieser Veranstaltung, die vor Kurzem Premiere hatte, ist vielfältiger Natur: Die Lerner, wie die Schüler im Leifheit-Campus heißen, sollen mit dem Hineinschnuppern in eine soziale Organisation einen Lernort außerhalb der Schule kennenlernen, ihren Horizont erweitern und eventuell sogar eine erste Idee für eine spätere berufliche Orientierung erhalten. Und vor allen Dingen: Durch die Begegnung mit Menschen, die eine Behinderung haben, sollen sie etwaige Vorbehalte und Berührungsängste abbauen, durch eigenes Erleben die Scheu vor dieser zunächst vielleicht „fremden“ Welt verlieren und letzten Endes ihre sozialen Kompetenzen schulen.

Logisch, dass so etwas nicht ohne sorgfältige Vorbereitung geht: Yvonne Pätzold, die am Leifheit-Campus katholische Religion unterrichtet, und ihr für evangelische Religion zuständiger Kollege Pfarrer Stefan Fischbach haben im Vorfeld mit den Kindern die Themen Behinderung und Inklusion erarbeitet. Genauso logisch ist es aber auch, dass man den Zehn- bis Elfjährigen vor Ort eine „Brücke“ bauen muss, damit ihnen der Zugang zu den Werkstattbeschäftigten, Bewohnern und Tagesförderstättenbesuchern der Stiftung Scheuern leichter fällt. Acht verschiedene Workshops, die auf Sport und Spiel, handwerkliche Aktivitäten, die Liebe zu Natur und Tieren oder kulinarische Interessen setzen, haben sich die Stiftungsmitarbeiter rund um eine vierköpfige Arbeits- und Koordinationsgruppe einfallen lassen.

Doch zuerst die Theorie: In der Hauptwerkstatt im Mühlbachtal erfahren die 35 Leifheit-Campus-Lerner das wichtigste über Geschichte und Struktur der Stiftung Scheuern – und bekommen ein paar Verhaltensregeln mit auf den Weg: „Wenn euch das Verhalten der Menschen mit Behinderung merkwürdig erscheint, dann tuschelt nicht hinter ihrem Rücken, sondern sprecht sie offen an, oder wendet euch im Zweifelsfall an eure Workshopleiter.“ Die Jugendlichen verhalten sich allesamt respekt- und rücksichtsvoll – das wird deutlich, als sie in Kleingruppen zu ihren diversen Workshops ausschwärmen.

Zwanglos in Kontakt

Ob sie sich beim Frisbeegolf oder beim Tischtennis- und Boulespielen körperlich austoben, in der Kreativwerkstatt Schmuck herstellen, in der Schreinerei etwas über Holzbearbeitung erfahren, sich mit gesunder Ernährung oder der Verwendung von Wildkräutern beschäftigen, am Hauptsitz der Stiftung Scheuern in die Ausbildung von Besuchshunden oder auf Hof Mauch in Misselberg in den Obstanbau hineinschnuppern – überall sind die Schüler mit Feuereifer dabei. Und kommen bei den gemeinsamen Aktivitäten immer wieder zwanglos in Kontakt mit den Menschen, die hier arbeiten oder zu Hause sind.

Die Jugendlichen seien schwer in Ordnung und völlig unkompliziert gewesen, berichten Lore Arnold und Christa Schienmann, zwei Bewohnerinnen der Stiftung Scheuern. Viel positive Rückmeldung kommt auch von den Jugendlichen selbst. „Am Anfang war ich etwas unsicher. Aber das hat sich schnell gelegt, und dann fand ich es gar nicht mehr schlimm“, erzählt Silas in der abschließenden Feedbackrunde, bei der es ausgesprochen lebendig zugeht, während Jakob, ebenfalls in der Schreinerei unterwegs, ergänzt: „Die Menschen mit Behinderung haben uns viel erklärt und waren für uns da.“ Und, dieser Satz fällt immer wieder: „Es war alles ganz normal.“ Vor allem die vielen kleinen Gesten und Begegnungen sind es, die zu diesem Eindruck der Normalität beigetragen haben. „Wir sind in der Gruppe mit einem jungen Mann mit Behinderung mitgegangen. Wir haben gemeinsam Wildkräuter gesammelt. Er hat die Tüte aufgehalten, ich hab es reingetan. Das hat gut geklappt“, erzählt eine Teilnehmerin des Hexensmoothie-Workshops. Charlotte wiederum hat die Arbeit imponiert, die die Therapiehunde leisten. „Es gibt Behinderte, die nicht mit anderen Menschen, aber mit den Hunden sprechen. Das ist beeindruckend“, findet sie.

Kurzum: Auch wenn es nicht mehr als ein erster Kontakt ist, gehen die Kinder mit vielen positiven Eindrücken nach Hause. „Der erste Sozialtag bei der Stiftung Scheuern bietet einen guten Einstieg in die weitere Zusammenarbeit“, ist sich Yvonne Pätzold, eine der Hauptorganisatorinnen vonseiten des Leifheit-Campus sicher. Ein Termin für gemeinsame Aktionen im kommenden Jahr soll schon bald miteinander verabredet werden, sagen Ina Illert, stellvertretende Schulleiterin, und Beate Kretschmann von der Stiftung Scheuern.

Gegenbesuch im Campus

Nur eine Woche nach dem Besuch der Stiftung Scheuern empfängt das private Gymnasium als Gastgeber 21 Bewohner sowie ihre 14 Betreuer. Zu Beginn trifft man sich in der Aula, um gemeinsam zu singen und Bewegungsspiele zur Musik zu machen. Das Tempo des Rhythmus' ist manchen der Gäste zu schnell. „Man muss sich einander annähern, Erfahrungen sammeln und schauen, was geht und was nicht geht“, sind sich Illert und Kretschmann einig.

Auch die vom Campus angebotenen Workshops bleiben nicht ohne Überraschung. Vier Angebote gibt es, doch alle Bewohner der Stiftung Scheuern wollen im Kreativworkshop Stofftaschen bemalen. Boule und Gesellschaftsspiele sind überhaupt nicht gefragt. Als sich die Kinder mit den behinderten Erwachsenen an die Gestaltung der Beutel machen, ist die anfängliche Zurückhaltung schnell abgelegt. Sie helfen den Gästen beim Auftragen der Farbe und beim Hochkrempeln der Ärmel. Schnell entwickeln sich im Rahmen der Möglichkeiten Gespräche. „Wie heißt ihr? Wann habt ihr Frühstückspause?“ und andere ganz lebenspraktische Fragen stellen die Gäste den Lernern. Schließlich müssen die Taschen zum Trocknen gelegt werden, und dann stehen die bereitgestellten Gesellschaftsspiele plötzlich doch noch hoch im Kurs. An allen Tischen herrscht bei Memory und anderen Spielen lebhaftes Treiben. Der Besuch findet schließlich bei Plätzchen und Kakao seinen Abschluss wieder in der Mensa. dabei wird gemeinsam gesungen.

„Die Kinder waren sehr rührend“, lautet das Fazit von Beate Kretschmann, die in der Stiftung Scheuern für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich ist. Das Ziel der Zusammenarbeit, nämlich die Begegnung miteinander, sei erreicht worden. Künftig könne sie sich vorstellen, auch Projekte zu entwickeln, deren Themen kompatibel mit dem Lehrplan des Gymnasiums sind. „Da sind Ideen gefragt“, sagt Kretschmann. red/crz

Sie waren dabei

Am Sozialtag haben die Schüler Muhammed Aslan, Silas Bornmann, Jakob Bott, Oliwia Canliisik, Julian Gras, Hannah Fachinger, Cedric Feldenz, Sander Gadow, Ben Haag, Lucia Höhler, Amelie Gerlach, Viktoria Gerstner, Aureja Gerstner, Justin Itzel, Roman Kehl, Zoe Konieczny, Kaya Konstantinov, Leonie Ludwig, Fabian Mann, Arthur Möchel, Nina Müller, Jona Nefferdorf, Jana Rau, Ingrid Riegel, Susanna Rink, Debora Rörig, Charlotte Rosenkranz, Malte Rotard, Merle Schmidt, Tana Schmidt, Julia Spät, Sophie Stockschläder, Murat Yaman, Anna Wiegand und stella Wolf teilgenommen.

Begleitet wurden sie von den Lehrern Stefan Fischbach, Pascal Gras, Désirée Heeb, Ina Illert, Christina Krämer, Hannah Kröner, Yvonne Pätzold und Valerie Walden.

Vonseiten der Stiftung Scheuern hat eine Arbeitsgruppe mit Antje Koch-Gellermann, Katharina Heckmann, Beate Kretschmann und Birgitt Roos den Sozialtag federführend organisiert. Beteiligt waren auch die Workshopleiter Martin Eck und Andreas Bärtges (Obstanbau), Günther Mesloh (Tischtennis und Boule), Volker Leiberger (Frisbeegolf), Marion Ackermann, Gabriele Saemann und Mandy Schlüpmann (Kreativwerkstatt), Bernd Hawellek und Hugo Riehl (Wildkräuter), Jörg Goebels (Schreinerei), Elke Friedrich (Gesunde Ernährung) und Anita Lakotta (Besuchshunde).

Gegenbesuch am Leifheit-Campus: 21 Bewohner der Stiftung Scheuern, ihre 14 Betreuer und die Lerner klatschen in der Aula des Schulgebäudes zum Mitmachlied, das Musiklehrerin Hannah Kröner auf dem E-Piano spielt. Foto: Carlo Rosenkranz

schauRhein – das Magazin der Region Mittelrhein, 01.01.2016

Genossenschaftliches Lernen

„Lerner“ sollen am Leifheit-Campus in Nassau zu weltoffenen, verantwortungsbewussten Persönlichkeiten mit Hochschulreife heranwachsen.

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Rhein-Lahn-Zeitung, 01.12.2015

Kinder und Eltern erleben den Campus

Bildung Privates Gymnasium gewährt Einblicke

Nassau. Zum ersten Mal hat der Leifheit-Campus sich mit einem Tag der offenen Tür Eltern und ihren Kindern vorgestellt, die im kommenden Sommer an eine weiterführende Schule wechseln. Auch zahlreiche Nassauer Bürger, darunter der langjährige Leiter der Grundschule und ehemalige Stadtbürgermeister Wolfgang Knoth, nutzten die Gelegenheit, den von dem privaten Gymnasium modernisierten Teil des 1982 errichteten Schulzentrums kennenzulernen. „Ich war von der Resonanz positiv überrascht“, zog Dr. Thomas Klimaschka, Vorstand des genossenschaftlichen Schulträgers, Bilanz. „Auch die Nassauer haben großen Anteil an dem genommen, was sich hier tut.“

Vier Stunden lang wurde am vergangenen Samstag am Leifheit-Campus bei offenen Türen unterrichtet. So hatten Viertklässler und Eltern Gelegenheit, sich ein Bild von dem Ganztagsgymnasium in privater Trägerschaft zu machen, das in acht Jahren zum Abitur führen will. Während die kommissarische Schulleiterin Ina Illert mit Unterstützung von vier Lernern einen Überblick über den Alltag am Campus gab, wurde es in den Klassenräumen ganz praktisch. Schnell trauten sich auch einige Gastkinder, beim Cup-Song unter Anleitung von Musiklehrerin Hannah Kröner mitzumachen, der Rhythmusgefühl und Gedächtnis forderte. Auch bei den gruppendynamischen Aktivitäten mit Lehrerin Désirée Heeb mischten munter einige der möglichen neuen Campus-Schüler mit. Viele Eltern nutzten die Gelegenheit, mit den Lehrkräften und den Vorständen der Genossenschaft ins Gespräch zu kommen. Mittlerweile, so teilte Klimaschka mit, liegen bereits ausreichend Anmeldungen für die künftige Stufe vor, um zwei Klassen bilden zu können. Offizieller Anmeldeschluss am Leifheit-Campus ist am 22. Januar.

Zum Gelingen des Tages trug auch die Elternschaft des ersten Campus-Jahrgangs bei. „Sie hat mit der Gestaltung und Organisation des Elterncafés gezeigt, was die Begriffe Teamwork und Wir bedeuten“, dankte Klimaschka. Unterdessen laufen die Planungen für die weitere Entwicklung der noch jungen Schule. Bis zum Schuljahresbeginn werden dem Genossenschaftsvorstand zufolge weitere Klassenräume saniert, außerdem werden zusätzlich sanitäre Einrichtungen modernisiert – davon eine barrierefreie. Zudem werde ein Aufzug eingebaut, um das Obergeschoss zu erschließen. „Wir werden auch Kinder mit körperlichen Beeinträchtigungen aufnehmen“, sagt Klimaschka. crz

Musikunterricht mit Zuschauern: Lerner des Leifheit-Campus singen mit Lehrerin Hannah Kröner beim Tag der offenen Tür. Foto: Rosenkranz

Rhein-Lahn-Zeitung, 18.11.2015

Leifheit-Campus feiert erfolgreichen Start

Bildung Rund 150 Gäste würdigen Engagement für die Neugründung des privaten Gymnasiums

Von unserem Redakteur Carlo Rosenkranz

Nassau. „Ich glaube, Günter Leifheit wäre mächtig stolz angesichts dieser Schule und des selbstbewussten Auftretens der Schüler.“ Mit diesen Worten schloss der Generalsekretär der G. und I. Leifheit-Stiftung, Werner Stump, bei der Gründungsfeier des Leifheit-campus in Nassau. Die rund 150 geladenen Gäste applaudierten zustimmend. Kinder und Eltern, Lehrerkollegium, Genossenschaftsvertreter, Politiker und viele andere erlebten in der Aula des Gymnasiums in freier Trägerschaft, „wie Bildugsgeschichte für die Region geschrieben wird“, wie Bürgermeister Udo Rau in seiner Festrede sagte.

Etwas mehr als zwei Monate nach Aufnahme des Unterrichtsbetriebs am Leifheit-campus wurde nun der erfolgreiche Abschluss der Gründungsphase gefeiert. Allen voran galt der Dank der Festgesellschaft den Vertretern der G. und I. Leifheit-Stiftung, die den Aufbau und Betrieb des Ganztagsgymnasiums finanziell ermöglichten. Zugegen waren die Vorstandsmitglieder Ilse Leifheit und Josef Peter Mertes sowie Generalsekretär Stump. Mit viel Beifall wurden auch die Vorstände der Genossenschaft, Margarethe Deinet und dr. Thomas Klimaschka, für ihr großes Engagement um die Schulgründung bedacht. „Ohne sie gäbe es den Leifheit-campus noch nicht, und ich möchte sagen: Möglicherweise gäbe es ihn nie“, sagte Bürgermeister Rau und überreichte als Geschenk ein Kreuz aus Schiefer für die Schule.

Rau erinnerte an das Schuljahr 2012/2013, als die 175-jährige Geschichte Nassaus als Standort einer weiterführenden Schule durch eine Stichtagsbestimmung im Schulgesetz zunächst endete. „Wer damals gesagt hätte, dass wir heute eine Schulgründung feiern und die Kinder kurz vor ihrem ersten Halbjahreszeugnis stehen, wäre wohl für verrückt erklärt worden“, sagte der Bürgermeister. Als Vorbild für die neue Schule habe der genossenschaftlich getragene Raiffeisen-Campus in Dernbach gedient, der sich seit Jahren einer großen Nachfrage erfreue. Die Finanzierung habe eine Institution ermöglicht, „die die Nassauer nie im Stich gelassen hat: Günter Leifheit“. Seine Stiftung „und nicht zuletzt Ilse Leifheit selbst waren sich nicht zu schade, den Stiftungszweck zu modifizieren, um diese Schule möglich zu machen“, sagte Rau.

Die kommissarische Schulleiterin des Campus, Ina Illert, dankte den Eltern des ersten Jahrgangs des neuen Gymnasiums für ihren Mut, ihre Kinder an einer Schule anzumelden, die es zum damaligen Zeitpunkt noch nicht gegeben hatte. „Diese Schule ist eine gute Investition in die Zukunft der Stadt und der Region“, sagte sie. Schulelternsprecher Samuel Haag  wandte sich an das Campus-Team mit den Worten: „Hier haben wir wirklich das Gefühl, dass unsere Kinder für das Leben fit gemacht werden sollen.“ Zu Ilse Leifheit und den Vertretern der Stiftung sagte er: „Sie haben ein Bäumchen gepflanzt, das schon jetzt 36 Früchte trägt.“

Grußworte überbrachten Regierungsschuldirektorin Andrea Becker von der Aufsichtsbehörde im Namen von Bildungsministerin Vera Reiß, die Landtagsabgeordneten Matthias Lammert und Jörg Denninghoff sowie Stadtbürgermeister Armin Wenzel, der die Existenz einer weiterführenden Schule als „außerordentlich wichtig“ für Nassau bezeichnete. Generalsekretär Stump hob hervor, dass es in der Stadt „Kräfte gibt, die sagen, wir packen es an, um Infrastruktur aufrechtzuerhalten“. Im Namen der Stiftung sagte er: „Wir bleiben weiterhin Partner zum Wohle dieser Stadt.“ Markus Wagner, stellvertretender Leiter des Raiffeisen-Campus, versprach den Vertretern der Partnerschule in Nassau: „Wir gehen den Weg gemeinsam.“ Pfarrer Stefan Fischbach sprach einen Segen. Zugegen waren auch der Bad Emser Bürgermeister Josef Oster sowie Rektor Joachim Baldus und sein zweiter Stellvertreter Klaus-Dieter Weldert vom Goethe-Gymnasium.

Die 36 Schüler des Leifheit-Campus sangen gemeinsam „Freude schöner Götterfunken“ sowie das traditionelle Studentenlied „Gaudeamus igitur“. Außerdem führte die Theater-Ag einen Sketch und einen Tanz auf. Musiklehrerin Hannah Kröner gab auc dem Oratorium Jephta von Georg Friedrich Händel „Happy Iphis“ zum Besten.

Neue Lehrkräfte

Es gibt einige personelle Veränderungen am Leifheit-campus: Ina Illert übernimmt kommissarisch die Schulleitung, da Schulleiter Alberto Michels da Silva wegen eines schweren Krankheitsfalls in der Familie Nassau verlassen hat. Illert war zuvor stellvertretende Schulleiterin und begleitet den Aufbau des privaten Gymnasiums von Anfang an. Pascal Gras unterrichtet seit den Herbstferien das Fach Englisch am Campus. Der Pfarrer von Nassau, Stefan Fischbach, wird ab Anfang 2016 evangelische Religion unterrichten, da Pfarrerin Eva Lemaire schwanger ist. crz

Die 36 Schüler des Leifheit-Campus singen bei der Gründungsfeier ihres Gymnasiums „Freude schöner Götterfunken“ sowie das traditionelle Studentenlied „Gaudeamus igitur“. Fotos: Rosenkranz
Unter den Ehrengästen befanden sich (von rechts) Ilse Leifheit, Josef Peter Mertes und Werner Stump von der G. und I. Leifheit-Stiftung.

Rhein-Lahn-Zeitung, 21.10.2015

Großes Interesse am Leifheit-Campus

Privatgymnasium 70 Eltern informieren sich – Tag der offenen Tür am 28. November

Nassau. Etwa 70 Teilnehmer haben den Informationsabend des Leifheit-Campus für Eltern derzeitiger Viertklässler besucht. „Die Zahl der Interessierten war überwältigend“, sagt Thomas Klimaschka, Vorstand der Genossenschaft, die Träger des privaten Gymnasiums ist. Er hatte mit der kommissarischen Schulleiterin Ina Illert und dem Elternbeiratsvorsitzenden Samuel Haag über das Konzept des Ganztagsgymnasiums informiert, das in acht Schuljahren zum Abitur führen will.

Die anwesenden Eltern kamen aus einem weiten Umkreis von Lahnstein über Bad Ems, Arzbach bis weit ins Blaue Ländchen und in den Einrich hinein. Die neu gegründete Schule hat im September dieses Jahres ihren Betrieb mit 36 Schülern in zwei Klassen aufgenommen. „Unsere Schule hat einen familiären Charakter, und so soll es auch bleiben“, sagte Klimaschka zu den Eltern. Man werde maximal 26 Kinder pro Klasse aufnehmen, sodass bis zu 52 Schüler im kommenden fünften Jahrgang aufgenommen werden können, machte Illert deutlich und sagte: „Wir bleiben zweizügig.“

Für den kommenden Jahrgang am Campus wird das private Gymnasium am 23. Januar 2016 einen Aufnahmetest durchführen. Einige Tage später folgen Aufnahmegespräche von Eltern und Kindern mit Vertretern der Schulleitung und des Schulträgers. „Wir treffen Entscheidungen im Sinne der Kinder, die den Anforderungen eines Gymnasiums gewachsen sein müssen“, sagte Genossenschaftsvorstand Klimaschka.

Eltern und Kinder können den Unterricht am Leifheit-Campus am Samstag, 28. November, von 10 bis 14 Uhr beim Tag der offenen Tür kennenlernen. Die Nassauer Bevölkerung ist im Anschluss bis etwa 17 Uhr eingeladen, die neue Schule zu besuchen. crz

Rhein-Lahn-Zeitung, 10.09.2015

Leifheit-Campus feierlich eröffnet

Neubeginn Alle sind in Aufbruchstimmung

Nassau. „Keine Besserwisser und Zicken“, „Neue gute Freunde“, „Leisen Unterricht“, „Nette Lehrer“, „Viel Freude und Glück“ und „Eine tolle Zeit“: Es waren Wünsche wie diese, die die Schüler des neuen Leifheit-Campus zur Eröffnungsfeier auf kleine Zettel zu Papier gebracht hatten. Ausgesucht hatten sie sich dafür die Form der Blätter des Ginkgobaumes, der zum Symbol des Gottesdienstes, der Eröffnungsfeier, ja gar der Schule selbst werden könnte. Immerhin steht er für Langlebigkeit und Stärke, für Ausdauer, Kraft und Mut.

Ähnlich stimmungsvoll waren nach dem Gottesdienst auch die Feierlichkeiten in der Schule selbst, die im komplett umgestalteten Mehrzweckraum begannen. Von spürbarer Aufbruchstimmung getragen, ließ Dr. Thomas Klimaschka zusammen mit Margarethe Deinet, Vorstand der Leifheit-Campus-Genossenschaft, noch einmal die Zeit von der ersten Idee bis zur tatsächlichen Umsetzung Revue passieren – nicht ohne die Meilensteine dabei chronologisch in die deutschen Erfolge der zurückliegenden Fußballweltmeisterschaft einzusortieren. „Diejenigen, die verrückt genug sind zu denken, sie könnten die Welt verändern, tun es auch“, zitierte er im Hinblick auf die spannende Ideen- und Entwicklungsphase den Apple-Gründer Steve Jobs und endete mit einem enthusiastischen „Lasst uns die Zukunft beginnen.“

„Das Baby ist geboren“, stellte daraufhin Bernhard Meffert, Schulleiter des Partner-Campus in Dernbach, fest. Ganz in die Metaphorik des Elternwerdens und Elternseins eingebunden, sprach er den Schülern und Lehrern zudem einiges an Verantwortung auf den Leib: „Laufen lernen muss das Baby selbst.“ Wichtig war ihm die Betonung der Unterschiede zwischen dem Unterrichten und dem Lehren von Schülern, der fest im Konzept der beiden Campi verwurzelt ist. „Wir wollen Kapitäne ausbilden“, sagte Meffert, „Kinder, die entscheidungs- und selbstbewusst werden, die wir nicht ausrichten, sondern lehren.“ Nach einem Musikbeitrag von Musiklehrerin Hannah Kröner fasste der neue Rektor Alberto Michels da Silva treffend die Mischung aus Aufbruchstimmung und Optimismus zusammen, die die Anfangszeit des Campus-Lebens begleitet. Selbstvertrauen, Anstrengung, Neugier und Freude wünschte er seinen „Lernenden“, die sichtlich aufgeregt in schicken Pluriform-Outfits auf ihren Stühlen saßen.

Im Anschluss ging es für die Kinder samt Klassenlehrerinnen erstmals in die neuen Klassenzimmer, während sich die Eltern mit den übrigen frisch renovierten Räumen bekannt machten und Gelegenheit bekamen, ihre Wünsche für die Kinder und Schule ihrerseits auf Ginkgoblättern zu formulieren. Diese wurden im Anschluss gemeinschaftlich an Ballons gebunden und in den blauen Himmel entlassen. Am heutigen Donnerstag wird es um 7.50 Uhr nicht minder feierlich: Dann nämlich geht der Schulunterricht auf dem Leifheit-Campus regulär los.

Jennifer Ingmann

Zum Start stiegen die Luftballons in die Höhe. Auch mit dem Leifheit-Campus soll es hoch hinaus gehen. Foto: Jennifer Ingmann

Rhein-Lahn-Zeitung, 08.09.2015

Leifheit-Campus ist startbereit

Bildung Sanierung im Schulzentrum ist abgeschlossen – Am Mittwoch geht es los

Von unserem Redakteur Carlo Rosenkranz

Nassau. Der Leifheit-Campus ist bereit, am Mittwoch den Unterrichtsbetrieb aufzunehmen. Die Sanierung eines Flügels des Schulzentrums sowie der Aula, der Küche und der Sanitäreinrichtungen ist bis auf Kleinigkeiten abgeschlossen. Die Bauabnahme erfolgte am Montag. Zuvor hatten am Samstag mehr als 40 Eltern der Fünftklässler des neuen Gymnasiums in privater Trägerschaft die Klassenräume mit Stühlen, Tischen und Schränken zu bestücken. Am Montag wurden die Spinde erwartet, in denen die Kinder die gerade nicht benötigten Bücher und Hefte verwahren können. Die Einschulung der ersten 36 Kinder des Leifheit-Campus beginnt am Mittwoch um 9 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Johanniskirche.

Seit dem Schnuppertag eine Woche vor den Sommerferien hatten zahlreiche Handwerker und Hausmeister Abram Ens das Erdgeschoss des Nordflügels saniert. Die alten grünen Tafeln sind modernen Smartboards gewichen, auf denen sich auch Internetinhalte und Filme darstellen lassen, die neue Beleuchtung passt sich automatisch in Abhängigkeit vom Tageslicht an. Die Räume sind insgesamt hell und freundlich gestaltet, die neuen Stühle mit farbigen Lehnen und Sitzflächen versehen. Zudem lassen sich die Klassenzimmer durch bewegliche Zwischenwände in der Größe variieren. Die Küche, in der künftig das Mittagessen für die Kinder der Ganztagsschule zubereitet wird, ist komplett neu ausgestattet. Die ehemals wie ein Amphitheater gestaltete Aula ist nun ebenerdig und bietet nun Platz für das gemeinsame Mittagessen sowie für Veranstaltungen. Sie ist auch Schauplatz der Einschulung des ersten Jahrgangs der neuen Schule am Mittwoch.

Investition nutzt allen

Von der umfangreichen Investition der Leifheit Campus Genossenschaft profitieren auch die im selben Gebäude unterrichteten Realschüler. Pünktlich zu deren Schulbeginn am Montag waren die von Grund auf sanierten Sanitäreinrichtungen nutzbar, die den Schülern von Campus und Realschule gemeinsam zur Verfügung stehen. „Alle Arbeiten sind im Zeitplan, es gibt keinerlei Verzögerung“, sagt Margarethe Deinet, Vorstand der Genossenschaft, erfreut und erleichtert.

Die gesamte Sanierung ist ohne staatliche Mittel erfolgt. Möglich macht es die G. und I. Leifheit-Stiftung, die mindestens drei Jahre lang den Campus finanziert. Erst dann kann die neue Schule die staatliche Anerkennung erlangen, wodurch ihr Landesmittel für das Lehrpersonal sowie in gewissem Unfang für Sachkosten zufließen würden. Dann könnte es auch nachträglich noch Zuschüsse für die jetzt erfolgte Sanierung geben, erläutert Genossenschaftsvorstand Deinet. „Die entsprechenden Anträge sind bereits vor Baubeginn gestellt worden“, sagt sie.

In der vergangenen Woche haben sich Schulleitung und Lehrpersonal intensiv auf den Unterricht vorbereitet. „Wir sind alle hoch motiviert und freuen uns, dass es jetzt endlich losgeht“, beschreibt Konrektorin Ina Illert die Lage. In den drei Tagen der Einführungswoche werde man viel Zeit damit verbringen, die Grundsteine für eine gute Klassen- und Schulgemeinschaft zu legen. „Am Montag darauf geht dann der Unterricht richtig los“, sagt sie. Noch im September werde man zudem auf Klassenfahrt gehen.

Machbarkeitsstudie bestätigt

Stadtbürgermeister Armin Wenzel hat die Räumlichkeiten während der Sanierungsphase mehrfach besucht. „Ich finde es toll, was hier passiert, und bin sehr stolz, dass die Schule nun beginnt“, sagt er. Der pensionierte Gymnasiallehrer hatte schon vor Jahren die Idee, eine privat finanzierte Schule in Nassau zu etablieren. Als sich abzeichnete, dass der traditionsreichen Realschule das Aus drohen könnte, wurde das Projekt konkreter. Im Juli 2012 wurde eine von der Stadt, Verbandsgemeinde und G. und I. Leifheit-Stiftung finanzierte Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Damals kalkulierten die Autoren mit einer Schülerzahl von 36 im ersten Jahr der neuen Schule und landeten damit einen Volltreffer, wie man heute weiß.

Mit der G. und I. Leifheit-Stiftung fand man in Nassau einen Finanzier für das Schulprojekt, mit Thomas Klimaschka und zahlreichen anderen ein engagiertes Team, das in den vergangenen arbeitsreichen Monaten die Schuleröffnung möglich gemacht hat. „Das wird eine echte Bereicherung nicht nur für die Stadt Nassau, sondern für das Umland über die Verbandsgemeinde hinaus“, ist Wenzel überzeugt.

Der Stadtbürgermeister leitet aus der Schulgründung auch ab, dass das Land Bildung nicht von oben herab verordnen könne. Von einer gesunden Konkurrenz werde die Schullandschaft insgesamt profitieren. Jedes Gymnasium werde seine besonderen Schwerpunkte herausarbeiten, Schüler und Eltern bekämen eine Alternative zur staatlichen Schule. Außerdem zeige die Gründung des Leifheit-Campus: „Mit Initiative, Begeisterung und einem starken Team kann man viel bewirken.“ Stadtbürgermeister Wenzel hofft nun, „dass sich die positive Stimmung auf die Schüler und die ganze Stadt überträgt“.

Leifheit AG ist erster Wirtschaftspartner des Campus

Die in Nassau ansässige Leifheit AG ist das erste Unternehmen, das als Wirtschaftspartner mit dem neuen Gymnasium in privater Trägerschaft zusammenarbeitet. Vorstandsvorsitzender Thomas Radke hat eine entsprechende Zusage schriftlich bestätigt. Demnach übernimmt die Leifheit AG im laufenden Schuljahr Stipendien. Auch für die Jahre 2016 und 2017 hat das Unternehmen eine solche Unterstützung bereits zugesichert. Damit trägt die Leifheit AG dazu bei, dass Kinder ungeachtet der wirtschaftlichen Verhältnisse ihrer Eltern am Campus lernen können. „Es muss für jedes Kind mit entsprechender Begabung möglich sein, den Leifheit-Campus zu besuchen“, sagt Stadtbürgermeister Armin Wenzel. Das sei auch im Sinne des verstorbenen Nassauer Ehrenbürgers Günter Leifheit. Deshalb leiste auch die auf ihn zurückgehende G. und I. Leifheit-Stiftung einen großen finanziellen Beitrag.

Als Wirtschaftspartner will die Leifheit AG zudem Praktika, Betriebserkundungen und Bewerbungstraining mit den Campus-Schülern durchführen. „Das ist für die Zukunft ganz wichtig, denn wir wollen die Kinder auf eine globalisierte Welt vorbereiten. Da gehören Praktika in großen weltweit agierenden Unternehmen dazu“, sagt Genossenschaftsvorstand Margarethe Deinet. crz

Eltern und Kinder putzen gemeinsam die Stühle, die in der Aula aufgestellt werden.
Nach sieben Wochen Sanierungsarbeit: Hell, modern und mit Farbakzenten sind die neuen Klassenräume eingerichtet. Fotos: Carlo Rosenkranz

Rhein-Lahn-Zeitung, 30.07.2015

Leifheit-Campus nun offiziell genehmigt

Bildung Umbaumaßnahmen sollen zum Ende der Sommerferien abgeschlossen sein

Nassau. Jetzt ist es ganz offiziell: Der Leifheit-Campus in Nassau ist staatlich genehmigt. Ende der vergangenen Woche kam die staatliche Genehmigung für den Schulbetrieb des privaten Gymnasiums aus Mainz hereingeflattert.

„Wir hatten sie zwar erwartet, aber so kurz vor den Sommerferien ist das natürlich perfekt“, freuten sich Thomas Klimaschka und Margarethe Deinet, Vorstände der Genossenschaft, die Träger der Schule ist. Die staatliche Genehmigung ist für den Schulbetrieb, der offiziell am 9. September startet, unbedingt erforderlich. Nach drei Jahren strebe der Campus dann die staatliche Anerkennung an, durch die die Schule dann auch refinanzierbar sei, erläuterte Klimaschka.

Eltern haben jetzt die Möglichkeit, ihre Kinder an den anderen Schulen wieder abzumelden, bei denen sie vorsichtshalber angemeldet wurden. Das gäbe auch den anderen Schulen rechtzeitige Planungssicherheit, meinte der Genossenschaftsvorstand.

Begonnen haben bereits die vielfältigen Umbaumaßnahmen. Neben einer Renovierung der Toilettenräume, der Mehrzweckhalle beziehungsweise Aula, der Schulleiterzimmer, des Sekretariats und der Küche für die Ganztagsverpflegung werden auch die vier Klassenräume komplett neu gestaltet. „Das ist auch dringend notwendig“, meinte Klimaschka, „seit Jahren ist hier nichts mehr renoviert worden“, fügte er hinzu. Architekt Bernd Heinz begleitet die Umbaumaßnahmen, die bis zum Ende der Sommerferien abgeschlossen sein werden.

Rhein-Lahn-Zeitung, 23.07.2015

Kinder lernen Leifheit-Campus kennen

Schule Schnuppertag am neuen privaten Gymnasium mit 35 Schülern – Umbaumaßnahmen haben bereits begonnen 

Nassau. Die 35 Kinder, die vom 9. September an als erster Jahrgang in zwei Klassen im Leifheit-Campus unterrichtet werden, haben die Lehrkräfte des neuen Gymnasiums in privater Trägerschaft bei einem Schnuppertag am vergangenen Samstag kennengelernt. Die Räumlichkeiten im Schulzentrum hingegen werde man nach den Sommerferien kaum wiedererkennen, sagte Thomas Klimaschka, Vorstand der Genossenschaft, die Träger der Schule ist. „Es wird massiv umgebaut werden“, kündigte Klimaschka vor Schülern, Elternschaft und Lehrkräften an. Gleich zu Wochenbeginn rückten die Handwerker an.

In den verbleibenden Wochen bis zum Unterrichtsbeginn sollen beispielsweise die Toiletten komplett saniert werden, deren Ausstattung „nicht mehr zeitgemäß“ sei, wie der Vorstand sagte. Davon würden auch die im Gebäude verbliebenen Schüler der Realschule plus profitieren. In der ähnlich einem Amphitheater mit Stufen versehenen Aula soll der Boden angehoben werden, sodass ein großer, ebener Raum entsteht. Dieser dient künftig für das gemeinsame Mittagessen in der Ganztagsschule sowie als Veranstaltungsraum. „Wir investieren hier eine große Summe“, sagte Klimaschka. Erst kürzlich hatten die Genossenschaft und der Rhein-Lahn-Kreis eine Vereinbarung unterzeichnet, die dem Campus die Anmietung des Schulzentrums sowie der benachbarten Sporthalle erlaubt. Ziel ist, dass die Genossenschaft die Immobilie nach drei Jahren Schulbetrieb erwirbt.

Beim Schnuppertag wurden die Kinder mit einem Sportshirt mit aufgedrucktem Campus-Logo und einer Baseballkappe als Geschenk begrüßt und lernten im Schnupperunterricht ihre Klassenlehrerinnen Désirée Heeb und Christina Krämer sowie ihre Fachlehrer kennen. Künftig wird von 7.50 bis 16 Uhr unterrichtet, wobei es eine 70 Minuten währende Mittagspause gibt. Genossenschaftsvorstand Klimaschka rechnet damit, dass Ende Juli die staatliche Genehmigung des privaten Gymnasiums vorliegen wird. Aus der Elternschaft ergriff Sami Haag spontan das Wort und dankte Klimaschka und seinen Mitstreitern für das große Engagement für die Schulgründung. „Das ist eine Riesenchance für unsere Kinder“, sagte er und wurde mit lautem Beifall bestätigt.

crz

35 Schüler in zwei Klassen in der Klassenstufe fünf bilden den ersten Jahrgang des Leifheit-Campus.

Musiklehrerin Hannah Kröner (rechts) gibt beim Schnuppertag des Leifheit-Campus in großer Runde mit Schülern, Eltern und Lehrerkollegium den Takt vor. Foto: Rosenkranz

Rhein-Lahn-Zeitung, 05.06.2015

Leifheit-Campus ist personell unabhängig

Privatschule Große Gestaltungsfreiheit in Nassau

Nassau. Das neue Gymnasium in privater Trägerschaft wird personell weitgehend unabhängig von seiner Schwesternschule in Dernbach sein. „Alle unsere Lehrkräfte werden ausschließlich für den Leifheit-Campus arbeiten“, sagte Thomas Klimaschka, Vorstand der Genossenschaft, die Träger der Schule ist, beim zweiten Elternabend. In Nassau müsse man sich keine Lehrkräfte mit dem Westerwälder Vorbild teilen. „Das garantiert uns große Flexibilität und Gestaltungsfreiheit.“ Zugleich betonte Klimaschka, dass man die Kooperation mit dem Raiffeisen-Campus sehr schätze, von dessen Know-how profitiere.

Erstmals hatte die gesamte Elternschaft des privaten Gymnasiums Gelegenheit, Schulleiter Alberto Michels da Silva kennenzulernen, der die Pfingstferien an seiner derzeitigen Schule in Mecklenburg-Vorpommern nutzte, um einige Tage in Nassau zu verbringen. Zudem wird das personelle Tableau Stück für Stück ergänzt. Der Nassauer Abram Ens wird für den Campus als Hausmeister tätig werden. Außerdem gibt es bereits zwei junge Leute, die das private Gymnasium mit einem freiwilligen sozialen Jahr unterstützen werden.

Vorstand Thomas Klimaschka machte deutlich, dass die G. und I. Leifheit-Stiftung ein Garant dafür sei, dass „kein einziges Kind“ aus wirtschaftlichen Gründen nicht den Leifheit-Campus besuchen könne. Das sei Intention des verstorbenen Ehrenbürgers der Stadt, Günter Leifheit, gewesen, und das führe auch seine Witwe Ilse Leifheit fort. „Wir als Genossenschaft stehen dafür gerade, dass das auch so ist.“

Die Leifheit-Stiftung ist in den ersten drei bis vier Jahren wichtigster Geldgeber der Genossenschaft. Bis zur staatlichen Anerkennung nach drei Jahren gibt es keine Fördermittel der öffentlichen Hand für das Gymnasium. Danach übernimmt das Land die Personalkosten sowie einen Anteil der Sachkosten. Außerdem ist laut Joachim Mädrich ein bis zu 50 Prozent betragender Zuschuss für den Kauf des Schulzentrums und der benachbarten Sporthalle zu erwarten. Beide Immobilien sind derzeit im Eigentum des Rhein-Lahn-Kreises. Vorbehaltlich der Zustimmung von Kreisausschuss und Kreistag wird der Leifheit-Campus die Gebäude zunächst mieten und nach drei Jahren erwerben. Nun wird die Genossenschaft die Ausstattung für Klassenräume und Mensa bestellen. Zudem sollen die Sanitäranlagen renoviert werden. „Es geht jeden Tag einen Schritt weiter“, sagt Klimaschka. 

crz

Rhein-Lahn-Zeitung, 24.04.2015

Leifheit Campus wird für Elternschaft greifbar

Privatschule Konrektorin und Lehrer stellen sich vor – Träger unterstützt Schülerbeförderung und Schulbuchausleihe

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Rhein-Lahn-Post, 18.03.2015

Kooperation für die Zukunft

Leifheit-Campus und Raiffeisen-Campus unterschreiben Vertrag

Von Saskia Daubach-Metz

NASSAU. Eigentlich war es nur ein Traum, ein privates Gymnasium in Nassau. Doch nun wird der Traum am 7. September Wirklichkeit. Der Leifheit-Campus eröffnet seinen Schulbetrieb.

Bereits heute können sich die Schulträger über 35 Schüler freuen, die am Leifheit- Campus Lerner genannt werden.

Ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Eröffnung wurde vergangene Woche im Kulturhaus Nassau vollzogen. Hier wurde der Kooperationsvertrag des Leifheit-Campus Nassau mit dem Raiffeisen-Campus in Wirges unterschrieben.

Thomas Klimaschka begrüßte vor allem Ilse Leifheit, die für die Günter-und-Ilse-Leifheit-Stiftung vor Ort war und bedankte sich bei allen Mitwirkenden, ohne die es am 7. September kein Gymnasium in Nassau geben würde.

Joachim Mädrich hatte sich um die juristische Seite der Schulgründung gekümmert und erläuterte die Entscheidung, als Schulträger eine Genossenschaft zu wählen. Dies war vor allem durch das umfassende Regelwerk einer solchen sinnvoll.

Diese wurde dann am 15. Januar gegründet und als Schulträger am 26. Februar eingetragen. Thomas Klimaschka umriss schließlich kurz den Inhalt des Kooperationsvertrages.

So beinhaltet dieser einen Gebietsschutz, um Konkurrenz zwischen beiden Schulen zu vermeiden. Auch das „Teilen“ von Lehrern sei ausdrücklich erwünscht. So könne eine Lehrkraft, die nur eine halbe Stelle in Nassau inne habe, eine zweite halbe Stelle in Wirges annehmen. Dieser Vertrag ist nun fünf Jahre gültig und wird sich automatisch verlängern, wenn keiner der Vertragspartner Einwende hat.

Nun schritt man zur Tat: Unter den Augen von Ilse Leifheit (Günter-und-Ilse-Leifheit-Stiftung) unterschrieben Thomas Klimaschka (Vorstand der Leifheit-Campus Genossenschaft), Martina Düring (Vorstand der Raiffeisen-Campus Genossenschaft), Jörn-Peter Kukuk (Vorstand der Raiffeisen-Campus Genossenschaft) und Margarethe Deinet (Vorstand der Leifheit-Campus Genossenschaft) den Kooperationsvertrag zwischen den beiden Schulen.

Mit einem kleinen Sektempfang stieß man auf eine gute Zusammenarbeit an.

Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldungen gibt es unter www.leifheit-campus.de. Der erste Elternabend findet am Dienstag, 21. April (19 Uhr), in den Räumen des Leifheit-Campus statt.

Unter den Augen von Ilse Leifheit (Günter-und-Ilse-Leifheit-Stiftung) unterschrieben Thomas Klimaschka (Vorstand der Leifheit-Campus Genossenschaft), Martina Düring (Vorstand der Raiffeisen-Campus Genossenschaft), Jörn-Peter Kukuk (Vorstand der Raiffeisen-Campus Genossenschaft) und Margarethe Deinet (Vorstand der Leifheit-Campus Genossenschaft) den Kooperationsvertrag zwischen den beiden Schulen. Foto: Saskia Daubach-Metz

Rhein-Lahn-Zeitung, 14.03.2015

Privatschulen arbeiten eng zusammen

Bildung Vertrag regelt Kooperation zwischen Leifheit-Campus und Raiffeisen-Campus

Von unserem Redakteur Carlo Rosenkranz 

Nassau. Das neue Gymnasium in privater Trägerschaft und der Raiffeisen-Campus in Wirges (künftig in Dernbach) haben vertraglich eine Zusammenarbeit vereinbart. Die Westerwälder Privatschule unterstützt demnach den in Nassau entstehenden Leifheit-Campus vor allem in der Aufbauphase mit pädagogischem und organisatorischem Know-how sowie in personellen Fragen. Die Schule in Wirges wiederum will „langfristige Visionen von Schule im Jahr 2020“ gemeinsam mit den Nassauer Kollegen entwickeln, wie der Schulleiter des Raiffeisen-Campus, Bernhard Meffert, sagte. „Es soll eine fruchtbare Kooperation werden“, beschrieb der Vorstand der Leifheit-Campus Genossenschaft, Thomas Klimaschka, das Ziel des Vertrags. Das Papier wurde am Mittwoch, dem 127. Todestag von Friedrich Wilhelm Raiffeisen, unterzeichnet. Raiffeisen ist einer der Begründer der genossenschaftlichen Bewegung in Deutschland.

Wie beim Wirgeser Vorbild ist auch in Nassau eine Genossenschaft Träger des privaten Gymnasiums. Diese ist seit 26. Februar offiziell im Register eingetragen und somit handlungsfähig. Joachim Mädrich, Mitglied der Nassauer Genossenschaft, schlug die Brücke von Raiffeisen, dem soziales Engagement und Bildung wichtig gewesen seien, zur G. und I. Leifheit-Stiftung, die durch die Witwe des Nassauer Ehrenbürgers Günter Leifheit, Ilse Leifheit, vertreten war. „Beides ist auch der Stiftung wichtig“, sagte Mädrich. Die G. und I. Leifheit-Stiftung finanziert den Aufbau und Betrieb des Gymnasiums in den ersten Jahren. Die Form der Genossenschaft ist laut Mädrich die geeignetste, um als Träger einer privaten Schule zu fungieren, weil die Rechte und Pflichten gesetzlich detaillierter geregelt seien als beispielsweise im Vereinsrecht.

Genossenschaftsvorstand Klimaschka nannte die Vorträge des Wirgeser Schulleiters Bernhard Meffert vor der Nassauer Elternschaft im Dezember und Januar als Beispiel für die Bedeutung der nun auch vertraglich geregelten Zusammenarbeit. „Ohne diese Informationsabende hätten wir die Zahl von 43 Bewerbern nicht erreicht“, sagte Klimaschka. Der Leiter des Raiffeisen-Campus hatte auch an der Auswahl der künftigen Nassauer Schulleitung mitgewirkt. Zudem übernehme der Leifheit-Campus das in Wirges bewährte pädagogische Konzept. „Sie geben uns die Erfahrung, die wir hier in Nassau noch nicht haben“, sagte Klimaschka zu Meffert. Auch im personellen Bereich werde man sich ergänzen, weil Lehrkräfte in Teilzeitanstellung ihre Stunden an der Partnerschule aufstocken können. „Das ist gerade in der Anfangs- und Aufbauzeit sehr wichtig“, sagte Klimaschka. Der Vertrag habe eine Laufzeit von zunächst fünf Jahren, verlängere sich aber dann automatisch, wenn er nicht gekündigt werde.

Meffert erklärte seine Bereitschaft, den Nassauer Leifheit-Campus zu unterstützen. „Wir werden das Leitungsteam eng begleiten, sodass es leichter ist, die Schule aufzubauen, als es für uns damals war“, sagte er mit Blick auf die Gründungsphase der seit vier Jahren bestehenden Westerwälder Einrichtung. Es sei ein Geschenk und ein großes Kompliment, dass in Nassau ein Gymnasium in privater Trägerschaft nach dem Vorbild des Raiffeisen-Campus entstehe. „Zunächst werden wir die Gebenden sein, aber das wird sich später ändern“, sagte der Schulleiter und zeigte sich zuversichtlich, dass man gegenseitig von der Kooperation profitieren werde.

Der Raiffeisen-Campus und der Leifheit-Campus könnten sich intensiv und offen austauschen, weil man sich keine Konkurrenz mache, wie ebenfalls im Vertrag geregelt sei. Außerdem könne man von den Errungenschaften des Partners profitieren. So sei es ein langer Weg gewesen, die 60-minütige Unterrichtsstunde in Wirges bei der Schulbehörde durchzusetzen. „Ich freue mich, dass der Leifheit-Campus dieses Modell jetzt übernimmt“, sagte Meffert und zitierte Raiffeisen mit dem Satz: „Was dem Einzelnen nicht möglich ist, das vermögen viele.“ Man müsse für weitere Kooperationsfelder nur einige Jahre voraus denken. „Dann werden wir zwei Oberstufen mit überschaubaren Schülerzahlen haben“, sagte Meffert.

Der erste Elternabend des neuen Nassauer Gymnasiums in privater Trägerschaft, Leifheit-Campus, ist am Dienstag, 21. April, 19 Uhr, in den zukünftigen Räumen des Campus im Schulzentrum.

Neben dem Portrait des Nassauer Ehrenbürgers Günter Leifheit und in Anwesenheit seiner Witwe Ilse Leifheit (links) unterzeichneten die Genossenschaftsvorstände (von links) Thomas Klimaschka, Martina Düring, Jörn-Peter Kukuk und Margarethe Deinet den Kooperationsvertrag für den Nassauer Leifheit-Campus und den Wirgeser Raiffeisen-Campus im nach Leifheit benannten Kulturhaus. Foto: Carlo Rosenkranz

Rhein-Lahn-Zeitung, 27.02.2015

35 Schüler für Campus angemeldet

Privatschule Erster Elternabend im April

Nassau. Der Leifheit-Campus kann nach derzeitigem Stand mit 35 Schülern seinen Betrieb aufnehmen. „Diese Zahl ist sehr erfreulich“, sagt Thomas Klimaschka, Mtglied des Vorstands der Genossenschaft, die die Trägerschaft der Schule übernehmen wird. Intern gerechnet habe man mit 30 Kindern. „Wir sind mit der Resonanz sehr zufrieden“, sagt Klimaschka. Als Besonderheit im ersten Jahr gibt es keinen fest terminierten Anmeldeschluss. „Es sind noch Nachmeldungen möglich, bis die Genehmigung der Schulaufsichtsbehörde vorliegt“, erläutert das Vorstandsmitglied. Auch dabei werde es Aufnahmegespräche geben. Die Genehmigung, so betont Klimaschka, sei ein rein formeller Akt der Behörde.

In der vergangenen Woche hatten der designierte Schulleiter sowie seine designierte Stellvertreterin und Genossenschaftsvorstände Aufnahmegespräche mit den Bewerbern und ihren Eltern geführt. Acht Bewerber hat das Gymnasium in privater Trägerschaft nach Gesprächen abgelehnt, weil sie nach Ansicht der Schulleitung an einem Gymnasium überfordert wären. Laut Klimaschka laufen die Vorbereitungen für den Schulbetrieb auf Hochtouren. Derzeit laufe die Wahl des Lehrpersonals. Bis Mitte März rechne er damit, den Mietvertrag für das Schulgebäude mit der Kreisverwaltung abschließen zu können. Außerdem muss ein Caterer ausgewählt werden, der die Mittagsverpflegung für das Ganztagsgymnasium übernimmt. Man werde nun die Klassen zusammenstellen und in der zweiten Aprilhälfte zum ersten Elternabend der neuen Schule einladen. Dann soll die Schulleitung vorgestellt werden, und es wird über die Schülerbeförderung informiert.

crz

Rhein-Lahn-Zeitung, 30.01.2015

Genossenschaft reicht Antrag für Privatschule ein

Bildung Künftiger Rektor hat Gebäude besichtigt

Nassau. Die Gründung eines Gymnasiums in privater Trägerschaft macht Fortschritte. Am Donnerstag gab Joachim Mädrich bei der Aufsichtsbehörde den mehr als 100 Seiten umfassenden Antrag ab. Wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, ist die Genehmigung des Schulbetriebs eine reine Formalität, betont Genossenschaftsvorstand Thomas Klimaschka.

Auch beim pädagogischen Personal tut sich einiges. Der designierte Schulleiter des Leifheit-Campus besuchte am vergangenen Wochenende die Stadt. Dabei hat er laut Klimaschka gemeinsam mit einem Vertreter der Kreisverwaltung und dem Leiter der Realschule plus Bad Ems Nassau das Schulgebäude besichtigt, mit der man sich einige Jahre lang die Immobilie teilen wird. Zudem fertige der Kreis ein Gutachten an, das der Werteårmittlung dient. Schließlich will die Genossenschaft das Gebäude in drei bis vier Jahren vom Rhein-Lahn-Kreis erwerben. Im Frühjahr soll mit der Renovierung der Räume begonnen werden.

Der Name des Schulleiters ist noch immer nicht zu erfahren, da noch Formalitäten zu klären seien, sagt Klimaschka. So ist die Genossenschaft, die Träger des Gymnasiums wird, noch nicht ins Register beim Amtsgericht eingetragen. Ungeachtet dessen werde der Rektor, der seit mehr als zehn Jahren an einem privaten Internat arbeitet, kommende Woche am Raiffeisen-Campus in Wirges hospitieren. Das dortige Privatgymnasium ist Kooperationspartner des in Nassau entstehenden Leifheit-Campus. So wird also weiter zielgerichtet am Aufbau der Schule gearbeitet. Offenbar steht auch fest, wer Konrektorin werden soll. „Es ist eine erfahrene Pädagogin aus der Region, die in leitender Funktion tätig ist“, sagt Klimaschka. Zudem gebe es ein gutes Dutzend Initiativbewerbungen von Lehrern.

Auch in der Elternschaft trifft die Nassauer Initiative offenbar auf positive Resonanz. 33 Voranmeldungen und acht Interessierte gebe es derzeit. Um offene Fragen zu beantworten, bietet die Genossenschaft von heute an Sprechstunden an. In der kommenden Woche sollen Unterlagen an die angemeldeten Kinder versandt werden, Aufnahmegespräche sind für Ende Februar terminiert. Dann sollen je ein Vertreter der Schulleitung und ein Vorstandsmitglied der Genossenschaft mit den Kindern und ihren Eltern zusammenkommen. Eine Realschulempfehlung seitens der Grundschule soll dabei kein generelles K.-o.-Kriterium sein. „Wir werden im persönlichen Gespräch herausfinden, ob ein Kind geeignet ist“, sagt Vorstand Klimaschka. Wenn dies nicht der Fall sei, werde man von einer Aufnahme absehen.

crz

Infos und Anmeldung

Ab 1. Februar können Kinder telefonisch unter 02604/9448126 oder per E-Mail an anmeldung@leifheit-campus.de angemeldet werden. Zudem hat die Genossenschaft eine Sprechstunde eingerichtet, in der Eltern sich informieren können. Sie ist freitags, 30. Januar und 6. Februar, von 16 bis 18 Uhr und samstags, 31. Januar und 7. Februar, von 10 bis 12 Uhr im Büro der Leifheit-Campus-Genossenschaft in Nassau, Feldstraße 6. 

Rhein-Lahn-Post, 21.01.2015

Leifheit-Campus startet

Schulbetrieb beginnt am 7. September / Anmeldung nicht nur für „Reiche“

Von Saskia Daubach-Metz

NASSAU. Ein privates Gymnasium in Nassau – ein Traum? Nein! Nach zwei Jahren Planung starten am Leifheit-Campus zwei Schulklassen am 7. September. 

Die Idee zu einer privaten Schule hatte Stadtbürgermeister Armin Wenzel schon länger. Doch ein Junge namens Niklas gab schließlich den Anstoß. Gemeinsam mit seinen Eltern sollte er sich mehrere weiter führende Schulen anschauen. Der erste Tag der offenen Tür, den die Familie besuchte, war am Raiffeisen-Campus in Wirges. Danach stand für den jungen Mann fest: Diese Schule oder keine. „Ich war ebenfalls schnell von dieser Schulform begeistert und glaube, dass wir diese in Nassau perfekt umsetzen können“, so Dr. Thomas Klimaschka, der Vater des kleinen Niklas. Das ist nun über zwei Jahre her. 

Das Interesse ist groß und die Weichen gestellt. Die Günter-und-Ilse-Leifheit-Stiftung hat für drei Jahre die Finanzierung zugesagt und wird den Campus auch darüber hinaus unterstützen. Nach dem 3. Jahr soll die staatliche Anerkennung vollzogen werden, somit würde das Land die Personalkosten und einen Teil der Sachkosten übernehmen. Die Räumlichkeiten des ehemaligen Schulzentrums Nassau wurden vom Kreisausschuss für den privaten Schulbetrieb frei gegeben. Träger ist eine Genossenschaft, die vergangenen Donnerstag gegründet wurde und hat damit nun die Möglichkeit, einen Schulleiter einzustellen. Bewerbungen liegen bereits vor. 

Der Leifheit-Campus wird mit zwei Schulklassen am 7. September starten. Dazu werden mindestens 26 Schüler benötigt. Untergebracht werden können bis zu 52 Schüler. Auch 19 Voranmeldungen und zehn schriftliche Interessenten liegen bereits vor. Der Campus wird im Ganztagesbetrieb laufen und nach acht Jahren mit dem Abitur abschließen. „Können wir uns eine Privatschule für unser Kind leisten?“, werden sich nun viele Eltern fragen. Doch diese Frage ist schnell beantwortet, denn der Leifheit-Campus möchte nicht nur für gut „Betuchte“ einen Schulplatz anbieten, sondern die Leistung soll im Vordergrund stehen. Das „Schulgeld“ wird sich aller Voraussicht nach im zweistelligen Bereich bewegen. „Es gibt keine Selektion nach sozialer Schicht, nur nach Begabung“, erklärt Bernhard Meffert, Schulleiter des Reiffeisen-Campus in Wirges. Er steht den Initiatoren mit Rat und Tat zur Seite. Auch ein Kooperationsvertrag ist bereits unterschrieben. So könnte zum Beispiel ein Lehrer eine halbe Stelle in Wirges inne haben und zusätzlich in Nassau lehren. Durch diese Kooperation und ein tolles System fallen auch keine Stunden aus. „Bei uns gibt es keinen Stundenausfall. Ist der Mathelehrer krank, stellen wir den kompletten Stundenplan so um, dass ein bekannter Lehrer die Klasse unterrichtet“, so Meffert weiter. 

Doch vor allem steht das „Wir-Gefühl“ im Vordergrund. „Wir wollen Hoffnungsträger für die Gesellschaft, nicht „Ich“, sondern „Wir“. In der Gemeinschaft erreicht man mehr“; erklärt Meffert. Vergangene Woche konnte sich ein bis zum letzten Platz gefüllter Saal im Günter-Leifheit- Kultur-Haus von diesem Konzept überzeugen (kl. Foto).

Hans-Peter Kohn, Dr. Joachim Mädrich, Margarethe Deinet, Dr. Thomas Klimaschka (von links) gehören zu den Initiatoren des Leifheit-Campus in Nassau. Bernhard Meffert (rechts) berät als Schulleiter des Kooperationspartners Raiffeisen-Campus das Team. Fotos: Saskia Daubach-Metz

Rhein-Lahn-Zeitung, 17.01.2015

Wenzel: Gründung ist historischer Moment

Bildung 13 Mitglieder heben Genossenschaft aus der Taufe – Ziel ist Schaffung eines privaten Gymnasiums in Nassau 

Von unserem Redakteur Carlo Rosenkranz

Nassau. Die Genossenschaft, die das private Gymnasium Leifheit-Campus tragen soll, ist am Donnerstag im Nassauer Rathaus gegründet worden. In der sogleich einberufenen Generalversammlung wurden Helmut Klöckner, von 1982 bis 2001 Bürgermeister der Verbandsgemeinde Nassau, Wolf Meyer, ehemaliger Vorstand der Leifheit AG und Erster Beigeordneter der VG, sowie Jörn-Peter Kukuk in den Aufsichtsrat gewählt. Rechtsanwalt Kukuk ist Vorstand des Wirgeser Raiffeisen-Campus, nach dessen Vorbild auch in Nassau ein privates Gymnasium entstehen soll.

Die Geschäfte der Genossenschaft führen Margarethe Deinet, pensionierte Grundschulleiterin aus Gemmerich, und Thomas Klimaschka, Allgemeinmediziner aus Nassau, die der Aufsichtsrat in seiner ersten Sitzung in den Vorstand wählte. Beide bezeichnete der Aufsichtsratsvorsitzende Wolf Meyer als „hervorragende Kandidaten“ für das Vorstandsamt. „Es ist wichtig, dass wir gerade in der Startphase des Leifheit-Campus Personen im Vorstand haben, denen wir absolut vertrauen und die die Sache voranbringen werden“, sagte Meyer. Vorstandsmitglied Klimaschka sei dabei „für alle unübersehbar der Motor des Projekts“. Margarethe Deinet werde ihre langjährige pädagogische Erfahrung einbringen. Der Vorstand werde bis Ende Januar den Antrag auf Genehmigung der Privatschule bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Nord stellen.

Zu den Gründungsmitgliedern gehören neben Deinet, Klimaschka, Klöckner, Kukuk, Meyer und Stadtbürgermeister Armin Wenzel auch Martina Düring, Vorstand der Raiffeisen-Campus Genossenschaft, Hans-Peter Kohn, Joachim Mädrich, Judith Ridder, Werner Stump, Landrat a. D. und Generalsekretär der G. und I. Leifheit-Stiftung sowie Petra Schönrock-Wenzel. Auch Ilse Leifheit, Witwe des Nassauer Ehrenbürgers, und Bürgermeister Udo Rau sind Genossenschaftsmitglieder. Sie waren verhindert und ließen sich durch Bevollmächtigte vertreten. Ebenfalls Mitglied ist die G. und I. Leifheit-Stiftung.

„Das ist eine historische Stunde“, sagte Wenzel, der die Idee, ein Gymnasium in freier Trägerschaft in Nassau zu etablieren, bereits seit Jahren verfolgt. „Ich glaube, dass wir etwas schaffen, was einen besonderen Wert für die Bürger und für künftige Schülergenerationen haben wird“, sagte er. „Wir können ein wenig stolz sagen: Wir waren dabei.“ Werner Stump sagte, es sei wichtig, dass sich in Nassau Kräfte mobilisierten, die eine Antwort auf den Verlust von Infrastruktur im ländlichen Raum geben. Er lobte, dass regional gedacht und die Zusammenarbeit mit der Schule in Wirges vereinbart werde.

Die Form der Genossenschaft wurde für den Schulträger gewählt, weil die Gesetze dazu sehr detaillierte Vorgaben enthalten, erläuterte Joachim Mädrich, der als Notar im Ruhestand seine Sachkenntnis einbringt. Wichtigster Geldgeber ist die G. und I. Leifheit-Stiftung, die der Genossenschaft für die Schule in den ersten drei bis vier Jahren 3 Millionen Euro zugesagt hat. 500 000 Euro stehen bereits für die Gründungsphase bereit und sollen der Genossenschaft zugehen, sobald diese ins Genossenschaftsregister eingetragen ist. Bis dahin tritt der Bildungspakt Nassau in begrenztem Umfang in Vorlage.

„Unsere Initiative trifft auf breite Zustimmung in der Bevölkerung und der Politik“, sagte Klimaschka. Der Genossenschaftsvorstand gehe davon aus, dass nach wenigen Jahren die Nachfrage das Angebot des Leifheit-Campus übersteigen werde. Wenzel sprach in der Stadtratssitzung am selben Abend von 17 Voranmeldungen allein nach der Informationsveranstaltung am Mittwoch. Insgesamt lägen 29 Anmeldungen vor. Werbefachmann Kohn meinte, das große Interesse lasse sich auch an den rund 4000 Besuchern der Internetseite des Leifheit-Campus ablesen. „Das ist eine tolle Zahl“, sagte er. Schon in einer Woche wird der designierte Schulleiter in Nassau zu Gesprächen mit dem Genossenschaftsvorstand und Bernhard Meffert, dem Leiter des Kooperationspartners Raiffeisen-Campus, erwartet.

Die Gründungsmitglieder der am Donnerstag ins Leben gerufenen Genossenschaft, die Träger des privaten Gymnasiums Leifheit-Campus werden soll, stehen vor einem Porträt von Ehrenbürger Günter Leifheit (von links): Armin Wenzel, Hans-Peter Kohn, Jörn-Peter Kukuk, Martina Düring, Thomas Klimaschka, Wolf Meyer, Helmut Klöckner, Werner Stump, Joachim Mädrich, Judith Ridder, Margarethe Deinet und Petra Schönrock-Wenzel. Foto: Carlo Rosenkranz

Rhein-Lahn-Zeitung, 16.01.2015

Konzept des Leifheit-Campus vorgestellt und Genossenschaft gegründet

Nassau. Rund 100 Interessierte haben am Mittwoch die Informationsveranstaltung über das Gymnasium in privater Trägerschaft besucht, das in Nassau als Leifheit-Campus im kommenden Schuljahr den Betrieb aufnehmen soll.

Von unserem Redakteur Carlo Rosenkranz

Einen Tag vor Gründung der Genossenschaft, die Träger der Schule sein soll, stellten Bernhard Meffert und Thomas Klimaschka das Konzept des Ganztagsgymnasiums vor, das in acht Jahren bis zum Abitur führen soll. Meffert ist Leiter des Raiffeisen-Campus in Wirges, der Kooperationspartner und Vorbild für die in Nassau geplante Schule ist. Im Museumssaal des Günter-Leifheit-Kulturhauses waren auch zahlreiche Gäste aus der gesamten Verbandsgemeinde zugegen, für deren Kinder in diesem Sommer kein Wechsel auf eine weiterführende Schule ansteht.

Klimaschka machte deutlich, dass er persönlich vom Konzept des Campus begeistert ist. Dieses hatte er durch seinen Sohn kennengelernt, der seit zwei Jahren die Schule in Wirges besucht. Die Neugründung in Nassau sei keine Folge der Aufhebung der Realschule im Jahr 2013. „In dem Gebäude hätten auch beide Schulen Platz gefunden“, wies er darauf hin, dass die Idee schon vor dem Aus der traditionsreichen Bildungseinrichtung geboren wurde. In der Neugründung liege eine Chance. „Nassau verdient es, dass es eine weiterführende Schule hier gibt“, sagte er. Mit der Gründung der Genossenschaft am Donnerstag werde man „politisch völlig unabhängig“ sein. In der Bevölkerung sei spürbar Interesse vorhanden. Zudem habe man bereits einen Schulleiter ausgesucht, „ein wunderbarer Mann“, der von einer sehr renommierten Privatschule komme, wie Klimaschka sagte. Den Namen werde man nach Unterzeichnung des Arbeitsvertrags bekannt geben. Der von allen Beteiligten favorisierte Bewerber sei Lehrer für die Fächer Englisch und Französisch und habe Auslandserfahrung in Malaysia und England gesammelt.

Meffert beschrieb ausführlich Prinzipien, Konzept und Aktivitäten der vor vier Jahren gegründeten Schule in Wirges, die in den Osterferien nach Dernbach umziehen wird. „Die Dinge werden in Nassau sehr, sehr ähnlich sein“, versprach Meffert. Hintergrund ist, dass das dortige Konzept weitgehend identisch für Nassau übernommen wird. Klimaschka ergänzte die Aussage mit den Worten: „Wir werden in Nassau ein eigenes Gesicht schaffen, aber in den Grundzügen wird es genauso werden wie beim Raiffeisen-Campus.“ Dazu gehöre das Tragen von Schulkleidung „ab dem Gürtel aufwärts“ sowie die Bitte um regelmäßige Spenden der Eltern. Laut Klimaschka rechnet man mit rund 80 Euro pro Monat statt der durchschnittlich 190 Euro in Wirges. Das Einkommen einer Familie werde jedoch nicht entscheidend sein. „Wenn das Kind geeignet ist, wird es aufgenommen“, sagte er. Eine Gymnasialempfehlung ist demnach Voraussetzung, wobei es Ausnahmen gebe. In jedem Fall finde ein Gespräch mit den Kindern und den Eltern statt.

Wie schon Anfang Dezember in der Nassauer Grundschule beschrieb Meffert die Merkmale seines Campus. Dazu gehören Spanisch als zweite Fremdsprache, Ganztagsunterricht von 8 bis 16 Uhr in 60 Minuten dauernden Einheiten, Wirtschaftskompetenz ab Klassenstufe fünf und ein elektronisches Klassenbuch, in dem Eltern sich über den Unterrichtsinhalt informieren können. „Wir gehen einen innovativen Weg zu einem konservativen Ziel, nämlich der Hochschulreife“, sagte Meffert.

Genossenschaft gegründet: Am Donnerstag ist die Genossenschaft gegründet worden, die Träger des privaten Gymnasiums Leifheit-Campus in Nassau werden soll. Die 13 Mitglieder wählten Jörn-Peter Kukuk (Montabaur), Vorstand des Raiffeisen-Campus Wirges, Helmut Klöckner (Winden), Vorsitzender des Kuratoriums der unselbstständigen Stiftung „Bildungspakt für Nassau“, und den Ersten Beigeordneten der Verbandsgemeinde Nassau, Wolf Meyer (Nassau), in den Aufsichtsrat. Dieser wiederum berief Margarethe Deinet (Gemmerich), ehemalige Grundschulleiterin, sowie Thomas Klimaschka (Nassau) in den Vorstand. Klimaschka wird in diesem Zusammenhang sein Mandat für den Rat der Verbandsgemeinde Nassau aufgeben. 

Bernhard Meffert, Schulleiter des Raiffeisen-Campus, erläutert vor rund 100 Interessierten im Museumssaal des Günter-Leifheit-Kulturhauses das Konzept des Gymnasiums in privater Trägerschaft. Es soll nahezu identisch auch für den Nassauer Leifheit-Campus gelten. Foto: Carlo Rosenkranz

Rhein-Lahn-Zeitung, 12.01.2015

Leifheit-Campus: Genossenschaft wird gegründet

Nassau/Rhein-Lahn. Die Gründung eines privaten Gymnasiums in Nassau nimmt Fahrt auf. In dieser Woche stehen gleich drei wichtige Termine an. Im Zentrum steht dabei am Donnerstag die Gründung der Genossenschaft, die als Träger der Schule fungieren wird.

Von unserem Redakteur Carlo Rosenkranz

Damit wird das organisatorische Fundament für den Leifheit-Campus gelegt. Für die Elternschaft der jetzigen Viertklässler sind zwei weitere Veranstaltungen von Interesse. Am Mittwoch, 14. Januar, werden das Schulmodell und pädagogische Konzept auf einem Informationsabend ab 18 Uhr im Museumssaal des Günter-Leifheit-Kulturhauses vorgestellt. Wie die praktische Umsetzung aussieht, können Eltern und Kinder sich am Samstag, 17. Januar, von 10 bis 14 Uhr anschauen. Dann lädt der Kooperationspartner Raiffeisen-Campus zum Tag der offenen Tür nach Dernbach (Westerwald) in dessen neue Räumlichkeiten im Burgweg ein. Das dortige Schulkonzept ist im Wesentlichen identisch mit dem Konzept des künftigen Leifheit-Campus.

Mit der für Donnerstag terminierten Gründungsversammlung der Genossenschaft macht das Projekt einen entscheidenden Schritt, denn die Genossenschaft wird Schulträger sein. Die etwa ein Dutzend Mitglieder werden drei Personen in den Aufsichtsrat wählen. „Die personellen Weichen sind gestellt“, sagen Thomas Klimaschka, Armin Wenzel und Joachim Mädrich, die zum Gründungsteam des privaten Gymnasiums gehören. Der Aufsichtsrat wiederum wählt zwei Vorstände. „Auch diese stehen fest“, teilt das Trio mit. Bei der Anerkennung der Genossenschaft durch die Behörden rechnet man nicht mit Verzögerungen. „Die Gemeinnützigkeit ist vorab vom Finanzamt geprüft worden“, sagt Mädrich, der als Notar im Ruhestand das entsprechende Fachwissen einbringt. „Dann ist die Genossenschaft handlungsfähig und wir können alles weitere Schritt für Schritt abarbeiten“, sagt Klimaschka. 

Eine der ersten wichtigen Entscheidungen der Genossenschaft wird die Einstellung des Schulleiters sein. „Das Auswahlverfahren ist bereits weit fortgeschritten“, sagt Armin Wenzel, demzufolge es eine Reihe von Bewerbungen auf die bundesweit geschaltete Stellenausschreibung gab. Man werde die erforderliche Sorgfalt walten lassen. „Wir lassen uns Zeit, denn wir wollen den Besten für diese Aufgabe“, sagt der pensionierte Gymnasiallehrer und ehrenamtliche Stadtbürgermeister.

In den vergangenen Wochen ist hinter den Kulissen eifrig die Gründung des Leifheit-Campus vorangetrieben worden. Am Mittwoch gab es ein mehrstündiges Gespräch mit den Fachleuten der Schulaufsichtsbehörde in Koblenz. Dort muss bis 31. Januar der Antrag auf Genehmigung der Privatschule vorliegen. Dazu gehören die Satzung, die Schulordnung und das pädagogische Konzept. „Die Schulgründung wird dort sehr wohlwollend begleitet“, schließt Mädrich aus dem Verlauf der Besprechung. Sobald eine Entscheidung über die Schulleitung und das Lehrpersonal gefallen sei, werde man dies nachreichen. „Die Behörde prüft dann, ob alles den gesetzlichen Anforderungen genügt“, sagt Mädrich, der eine vorläufige Genehmigung der Schule erwartet. „Diese wird erfahrungsgemäß zwischen April und Juli vorliegen“, sagt Klimaschka.

Da die neue Schule zwischen 27 und 52 Schüler für die Gründung von zwei Klassen in der Jahrgangsstufe fünf benötigt, wird in dieser Woche auch viel Wert auf die Information der Öffentlichkeit gelegt. Eltern, deren Kinder nach den Sommerferien auf eine weiterführende Schule gehen, können sich am Mittwochabend über das Schulmodell informieren. Der Schulleiter des Kooperationspartners Raiffeisen-Campus, Bernhard Meffert, stellt das Konzept vor. Am Samstag werden Lehrer und Schüler der vor vier Jahren gegründeten Privatschule dann in Dernbach beim Tag der offenen Tür Einblick in die Unterrichtspraxis geben.

Die Finanzierung des Nassauer Leifheit-Campus stellt die G. und I. Leifheit-Stiftung sicher, die eine halbe Million Euro für die Anlaufphase bereitstellt und eine weitere Zusage für die ersten drei bis vier Jahre gegeben hat. Nach drei Jahren erfolgt die staatliche Anerkennung. Damit übernimmt das Land die Kosten für das Lehrpersonal sowie eine Sachkostenpauschale. Kurzfristig wird die Genossenschaft in die Modernisierung der Räume im Schulzentrum investieren, mittelfristig plant man den Kauf des kreiseigenen Gebäudes.

Nicht nur Nassauer engagiert: Im Gründungskreis des privaten Gymnasiums sind nicht allein Nassauer Bürger engagiert. Beispielsweise gehört auch Margarethe Deinet aus Gemmerich zu den treibenden Kräften. Die pensionierte Lehrerin war Leiterin der Grundschule Blaues Ländchen in Nastätten und davor in Bad Ems tätig. „Ich habe spontan meine Mitarbeit zugesagt, als man mich gefragt hat“, sagt Deinet. „Neues interessiert mich immer, vor allem, wenn Aufbruchstimmung herrscht.“ Ein Vortrag des Schulleiters am Raiffeisen-Campus, Bernhard Meffert, habe sie vollends vom Konzept der Schule überzeugt. „Der LeifheitCampus ist eine Möglichkeit, eine ganze andere Art von Schule mit aufzubauen“, sagt sie.

Armin Wenzel (von links), Thomas Klimaschka und Joachim Mädrich besprechen die Gründung des Gymnasiums in privater Trägerschaft. Auf der Kaffeetasse prangt der Name der Schule. Foto: Carlo Rosenkranz

Rhein-Lahn-Zeitung, 04.12.2014

Nassauer gründen ein privates Gymnasium

Nassau/Rhein-Lahn. Seit zwei Jahren wird in Nassau über die Gründung eines privaten Gymnasiums nachgedacht. Nun ist es so weit

Von unserem Redakteur Carlo Rosenkranz

Bei einem Elternabend am Montag in der Nassauer Grundschule wurde die neue Schule den Eltern der derzeitigen Viertklässler vorgestellt. „Die Resonanz war sehr, sehr gut“, sagt Thomas Klimaschka, einer der Initiatoren der Schulgründung. 19 Eltern hätten bereits schriftlich Interesse bekundet, ihre Kinder für den Leifheit-Campus anzumelden.

Für die Schulgründung sind zwei grundlegende Bedingungen erfüllt. Der Kreisausschuss hat vor wenigen Tagen beschlossen, Räume des Nassauer Schulzentrums für das private Gymnasium zur Verfügung zu stellen. Und die G. und I. Leifheit-Stiftung hat die Finanzierung der Schule für die ersten drei Jahre schriftlich zugesagt. Mit der dann anstehenden staatlichen Anerkennung würde das Land ab dem vierten Jahr die Personalkosten tragen sowie einen Anteil zu den Sachkosten beisteuern. Auch dann sei mit einer weiteren finanziellen Unterstützung der Leifheit-Stiftung zu rechnen, sagte deren Generaldirektor Werner Stump bei einem Pressegespräch. Bis Mitte Januar soll die Genossenschaft gegründet werden, die Träger des Gymnasiums wird. Mit einer Anzeige in der heute erscheinenden Wochenzeitung „Die Zeit“ wird die Stelle des Schulleiters bundesweit ausgeschrieben.

Kooperation mit Wirges

Vorbild des Leifheit-Campus ist der Raiffeisen-Campus in Wirges. Das private Gymnasium wurde vor vier Jahren gegründet und „erfreut sich ungezügelt hoher Nachfrage“, wie Udo Rau, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Nassau, sagt. Die Schule in Wirges ist Kooperationspartner der künftigen Nassauer Privatschule. Dadurch kann man an der Lahn auf den Erfahrungsschatz der Wirgeser Kollegen zurückgreifen. Wie im Westerwald soll eine Ganztagsschule entstehen, in der das Abitur nach acht Jahren abgelegt werden kann. „Der Schulleiter in Wirges wird alle unsere Schritte zur Gründung der Schule begleiten“, sagt Klimaschka, der zu einem Kreis von Bürgern in Nassau gehört, die das Projekt vorantreiben. So war es auch Bernhard Meffert, der am Montag den Eltern der jetzigen Viertklässler das Konzept des privaten Gymnasiums erläuterte.

Mit zwei Klassen in der Jahrgangsstufe fünf will der Leifheit-Campus den Betrieb zum Schuljahr 2015/2016 aufnehmen. Dazu sind mindestens 26 Schüler notwendig, maximal 52 könnten für einen zweizügigen Betrieb aufgenommen werden. In jedem Fall sollen Kinder und Eltern ein Aufnahmegespräch mit der Schulleitung führen, ab dem zweiten Jahr des Bestehens will man künftige Fünftklässler Tests absolvieren lassen, um deren Leistungsstand einschätzen zu können.

Obwohl Privatschulen üblicherweise regelmäßige Spenden der Eltern erwarten, soll der wirtschaftliche Hintergrund der Kinder in Nassau keine Rolle spielen. Zudem werde dank der Finanzierung durch die G. und I. Leifheit-Stiftung der erwartete monatliche Spendenbetrag deutlich geringer als in Wirges sein. Klimaschka spricht von einem zweistelligen Betrag. Doch auch das werde für niemanden eine Hürde sein: „Ich kann allein in Nassau zehn Personen nennen, die jeweils ein Jahresstipendium übernehmen würden“, sagt Klimaschka.

Lob für Infrastruktur

Die Initiatoren raten interessierten Eltern dazu, ihre Kinder gleichzeitig an einer staatlichen Schule anzumelden. Der Grund: Ende Januar will man die erforderlichen Unterlagen bei der Aufsichts- und Dienstleistungsbehörde (ADD) beantragen. Bis die Genehmigung der Schule vorliegt, dürften die Anmeldefristen der staatlichen Schulen abgelaufen sein. Allerdings sei an einer tatsächlichen Genehmigung des privaten Gymnasiums nicht zu zweifeln. Wenn alle gesetzlichen Anforderungen an Lehrpersonal, Finanzierung und Räumlichkeiten erfüllt seien, werde eine vorläufige Genehmigung erteilt. „Das ist keine Frage des Wollens“, sagt Josef Peter Mertes. Der ehemalige Präsident der ADD ist seit Kurzem Vorstandsmitglied der G. und I. Leifheit-Stiftung.

Das geplante private Gymnasium bezeichnet Mertes als „sehr schönes Projekt“. Mertes ist angetan von der in Nassau zur Verfügung stehenden Infrastruktur mit Sporthalle, Schwimmbad sowie Bushaltestelle und Bahnhof in unmittelbarer Nähe zum Schulgebäude. „Das ist ideal. Andernorts muss für solche Bedingungen lange gearbeitet werden.“ Stadtbürgermeister Armin Wenzel sagt: „Das wird eine Schule der kurzen Wege, die ihresgleichen sucht.“

Wer sich den Unterricht in der Praxis anschauen möchte, kann am Samstag, 17. Januar, von 10 bis 14 Uhr den Tag der offenen Tür beim Kooperationspartner Raiffeisen-Campus in Wirges besuchen.

Das Schulzentrum soll den Leifheit-Campus beherbergen. Der Kreis ist bereit, Räumlichkeiten zu vermieten. Bisher sind noch einige Klassen der Realschule plus Bad Ems Nassau in dem Gebäude untergebracht. Neue Fünftklässler der Realschule plus werden jedoch nur noch in Bad Ems aufgenommen. Foto: Carlo Rosenkranz

Frankfurter Neue Presse / Nassauer Neue Presse, 03.12.2014

Neue Privatschule in Nassau

Nassau. Die Schullandschaft im Rhein-Lahn-Kreis wird um ein privates Gymnasium reicher. In Nassau wird im kommenden Jahr der „Leifheit-Campus“ seinen Betrieb aufnehmen; Unterrichtsbeginn ist am 7. September 2015. In diesen Tagen wurde die Internetseite des Leifheit-Campus offiziell freigeschaltet und das Projekt öffentlich vorgestellt. Gefördert und finanziert wird das neue Gymnasium mit Hilfe der Leifheit-Stiftung, die in Nassau bereits in der Vergangenheit vielfältig Projekte gefördert hat. Der Leifheit-Campus wird in der ehemaligen Realschule untergebracht sein, die zum Schuljahr 2014/15 geschlossen wurde.

Die neue Schule, die eng mit dem Raiffeisen-Campus Wirges zusammenarbeitet, steht nach Angaben ihrer Initiatoren allen begabten Jungen und Mädchen offen, unabhängig vom Einkommen der Eltern. Die Schüler sollen eine individuelle Betreuung und optimale Förderung durch hochqualifiziertes Lehrpersonal und engagierte Pädagogen erhalten, heißt es. Selbstständiges Lernen, Teamfähigkeit und soziale Kompetenzen seien ein wichtiger Teil der Erziehung. Der Leifheit-Campus bietet ein hervorragend ausgestattetes Umfeld mit Sportstätten und angeschlossenem Freibad. Großen Stellenwert soll der Fremdsprachenunterricht haben: Englisch ab Klasse 5, Spanisch als 2. Fremdsprache ab Klasse 6, wahlweise Französisch und/oder eine weitere Fremdsprache ab Klasse 8. Moderne audiovisuelle und interaktive Medien sollen zum Lernerfolg beitragen. Unterrichtsausfall soll es nicht geben. Ab 1. Februar 2015 können Eltern ihre Kinder anmelden.
(goe)